Geldanlage

Was taugen eigentlich Prognosen?

Von den Medien wird dem Anleger oft suggeriert, dass es möglich ist, den Markt zu „timen“, d.h. jeweils im richtigen Zeitpunkt Aktien zu kaufen und dann wieder zu verkaufen. Wie absurd dieses Unterfangen ist, zeigt allein ein Blick auf die Titelseiten gängiger Börsenzeitschriften. Beispielsweise schrieb das Anlegermagazin „Der Aktionär“ auf seiner Titelseite am 06.04.2018 „Sell – Alles verkaufen“, um dann am 13.04.2018 mit der Titelseite „Reich mit Aktien“ wieder zum Einstieg zu blasen. Ein Anleger, der nach solchen oder ähnlichen Signalen handelt, produziert nur Verluste und hohe Transaktionskosten. Immer wieder versuchen Finanzexperten clevere Vorhersagen zum Verlauf der Märkte zu treffen. Doch denken Sie stets daran: Sogar ein Mensch mit einer kaputten Armbanduhr ist in der Lage, Ihnen zweimal am Tag die korrekte Uhrzeit zu nennen.
Ein Ihnen möglicherweise aus den Medien bekannter Experte ist Dr. Nouriel Roubini, der den Sitznamen „Dr.Doom“ bekommen hat, da er 2008 die Finanzkrise richtig vorhersah. Unglücklicherweise warnte er aber auch vor Rezessionen und deutlichen Kursrückgängen in den Jahren 2004 (falsch!), 2005 (falsch!), 2006 (falsch!) und 2007 (falsch!).
Auf den Punkt gebracht: Den Vorhersagen von Finanzexperten zu vertrauen, ist auf lange Sicht keine erfolgreiche Strategie. In hektischen Zeiten ist es oftmals besser, keine Börsen-News zu schauen. Vielmehr sollte ein Anleger einer langfristig erfolgreichen Anlagestrategie konsequent folgen. Diese sollte auf finanzwissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen und mit der ganz individuellen Risikobereitschaft des Anlegers vereinbar sein.

Michael Herrmann, 02.01.2019

Wichtiger Hinweis
Die in diesem Artikel enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung oder Anlageempfehlung dar. Alle Angaben in dem Artikel stammen aus eigenen Erfahrungen und Quellen, die ich für vertrauenswürdig halte. Eine Garantie für die Richtigkeit kann jedoch nicht übernommen werden. Wertentwicklungen in der Vergangenheit stellen keine Garantie für die künftige Wertentwicklung eines Finanzinstruments dar.

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