Geldanlage

Nettopolicen – Was versteht man darunter? Welche Vorteile bieten sie dem Anleger? (Gastbeitrag von Thomas Krog, HonorarKonzept GmbH)

Nettopolicen - Perfekt für kostengünstiges VorsorgesparenNettopolicen – Was versteht man darunter? Welche Vorteile bieten sie dem Anleger? (Gastbeitrag von Thomas Krog, HonorarKonzept GmbH)

Immer häufiger begegnet den Anlegern der Begriff „Nettopolice“ bzw „Nettoversicherungen“. Was es damit auf sich hat, was der Unterschied zu Bruttopolicen ist und für wen das interessant sein könnte, wollen wir in diesem Blog aufgreifen.

Zunächst lohnt sich ein Blick in den guten alten Duden. Dort findet man für den Begriff „Netto“ die Erklärung „nach Abzug der Kosten oder Steuern“. Es handelt sich also bei Nettopolicen um eine Form der Versicherung, bei der (ein Teil der) Kosten abgezogen werden bzw gar nicht erst anfallen.

Gemeint sind in diesem Zusammenhang alle Kosten, die im Zusammenhang mit Provisionen entstehen. Dazu muss man wissen, dass der Versicherer sowohl Provisionen für die Vermittlung als auch für die fortlaufende Betreuung an die Vermittler vergütet. Hierfür kalkulieren die Anbieter sogenannte Abschluss- und Vertriebskosten als auch laufende Verwaltungskosten ein.

Und obwohl der Gesetzgeber die Höhe der Abschluss- und Vertriebskosten seit 2014 auf 2,5 % der vom Kunden insgesamt zu entrichtenden Beiträge begrenzt hat, vergüten die Versicherer den Vermittlern trotzdem noch bis zu 5 % als Provision. Dies entsteht dadurch, dass der Versicherer die laufenden Verwaltungskosten gleichzeitig erhöht. Für den Kunden entsteht somit eine Mogelpackung.

Nettopolicen gibt es für den Sachversicherungsbereich wie z.B. die Privathaftpflichtversicherung, aber auch als Vorsorge -und Anlagemöglichkeit. Echte Nettopolicen kommen sowohl gänzlich ohne Abschlusskoten aus und haben zudem nicht nur keine erhöhten sondern im Gegenteil stark reduzierte Verwaltungskosten. Außerdem bieten sie Ihren Anlegern eine große Auswahl an ETFs an – eine Fondsart, die ebenfalls frei von Provisionen ist und äußerst geringe Verwaltungskosten hat. Nicht selten stellen gängige Anbieter ihren Kunden ausschließlich teure aktiv gemanagte Fonds zur Verfügung, da sie die damit verbundenen Vertriebsfolgeprovisionen als zusätzliche Einnahmen verbuchen wollen

Folgendes Beispiel soll die Unterschiede für einen Vertrag, der über 30 Jahre mit einem Monatsbeitrag von 200 € bespart wird, zunächst ohne Fondskosten verdeutlichen. Bei einem uns bekannten Versicherer für Bruttopolicen fallen in diesem Fall 1.800 € an Abschlusskosten und 17.254 € (!!!) an Verwaltungskosten an.

Ein günstiger Anbieter von Nettopolicen kalkuliert für den gleichen Sparvorgang 0 € Abschlusskoten und 3.171 € Verwaltungskosten ein. Da macht einen Unterschied bei den Kosten von 600 % aus.

Ergänzt man das Szenario jeweils um die Fondskosten und unterstellt für den Bruttoanbieter einen der am häufigsten in Policen vertriebenen Fonds (laufende Kosten 1,89 % p.a.) kommen weitere 12.750 € an Verwaltungskosten hinzu. Würde man bei unserem Nettoanbieter ein breit gestreutes ETF-Depot mit laufenden Kosten von 0,14 % wählen, kämen in absoluten Zahlen noch mal 1.448 € über die gesamte Laufzeit hinzu.

Unterm Strich fallen beim Bruttoanbieter 31.804 € für die Kosten des Versicherers und der Fonds an – beim Nettoanbieter 4.619 €

Bei diesen Unterschieden wird deutlich, warum immer mehr Sparer die Nettovariante wählen und die Kunden gern bereit sind, Honorare zu bezahlen. Denn trotz dieser Honorare entstehen für die Kunden erheblich geringere Kosten und sie profitieren von dem Vorteil einer sachkundigen, individuellen sowie dauerhaften Betreuung.