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Lassen Sie uns über Geld reden!

Finanziell unabhängig? Wie kann es gehen?

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Finanziell unabhängig? Wie kann es gehen?

„Die Armen und die Mittelständler arbeiten für Geld. Die Reichen lassen das Geld für sich arbeiten.“ (Robert T. Kiyosaki)

Finanzielle Unabhängigkeit bedeutet, eines Tages von seinem angesparten Vermögen leben zu können und theoretisch nicht mehr für sein Geld arbeiten zu müssen. Für viele Menschen ist es ein Traum. Die Frage ist, wie dieser Traum Wirklichkeit werden kann. Ich möchte Ihnen hierzu einige Anregungen geben, die ich selber angewandt habe und die Sie möglicherweise zu Ihrem Ziel führen könnten.

Der erste und wichtigste Schritt beginnt bei einem selbst. Es geht also um eine Bestandsaufnahme des Inneren. Stellen Sie sich die Frage, warum Sie finanziell unabhängig sein wollen? Ist es vielleicht der gegenwärtige Frust mit der Arbeit oder wollen Sie damit für sich noch andere Wünsche und Ziele erreichen? Mir hat es immer geholfen, meine Ziele zu visualisieren. Probieren Sie es doch mal aus. Einfach hinsetzen, träumen und aufmalen, wie es wäre, wenn Sie finanziell unabhängig sind. Wenn der Wunsch von innen kommt und auch stark genug ausgeprägt ist, dann ist eine wichtige Voraussetzung geschaffen, um aus dem Wunsch Realität werden zu lassen. Finanziell unabhängig wird kein Mensch auf normalem Weg von heute auf morgen. Es ist ein Prozess, der nicht immer geradlinig verläuft. Je stärker aber Ihr inneres Bedürfnis ist, das Ziel zu erreichen, umso eher halten Sie dann den eingeschlagenen Weg durch.

Überprüfen Sie Ihre Glaubenssätze zum Thema Geld. Immer wieder stelle ich fest, dass Menschen negativ über Geld denken. Sie sagen Sätze wie „Geld ist mir nicht wichtig.“ oder „Geld verdirbt den Charakter“. Oft sind es die Erziehung oder vielleicht das soziale Umfeld, die diese Glaubenssätze geprägt haben. Ein weiterer, entscheidender Schritt ist es, diese Sätze für sich positiv umzuformulieren. Sich also z.B. sagen: „Geld ist mir wichtig.“ oder „Mit Geld kann ich viel Gutes tun.“ Durch positive Glaubenssätze ändert sich Ihre Einstellung zum Thema Geld und erst dann ist die Voraussetzung geschaffen, dass Geld auch zu Ihnen kommt.

Machen Sie eine Bestandsaufnahme Ihrer aktuellen finanziellen Situation. Dazu gehört:

Sich die Rentenlücke ausrechnen lassen. Falls Ihre Berechnung ergeben sollte, dass im Alter nicht genug Geld zur Verfügung stehen wird, wird das Sparen im Prinzip zur Pflicht.

Ein Haushaltsbuch für mindestens 3 Monate führen. Es geht dabei darum für sich zu überprüfen, wohin eigentlich das hart verdiente Geld geht. Meist bekommt man danach erstmal einen Schreck, für was man eigentlich sein Geld ausgibt. Die größten und offensichtlichen „Geldfresser“ sind meist die Miete und das Auto. Doch es wird sicher danach noch an der einen oder anderen Stelle Einsparpotenzial geben. Vielleicht stellen Sie fest, dass Ihr Handyvertrag zu teuer ist oder sich mit der Zeit zu viele Abos angehäuft haben.

Einen eigenen Versicherungscheck machen. Möglicherweise haben sich im Laufe der Zeit bei Ihnen schon mehrere Versicherungsverträge unterschiedlichster Art angehäuft. Es gilt, da mal ganz nüchtern drauf zu schauen:

Benötigen Sie wirklich alle Versicherungen? Einige Policen wie beispielsweise eine Privathaftpflichtversicherung sind unentbehrlich. Doch viele andere Verträge kann man sich schlicht weg sparen und kosten nur Geld.

Falls Sie bereits Altersvorsorgeverträge haben, ist es wichtig, da mal drauf zu schauen. Bringen diese Verträge Sie an Ihr Ziel? Wie steht es mit den Kosten in diesen Verträgen?

Fangen Sie mit dem Sparen an. Nur das Geld, das Sie nicht ausgeben, sondern in Ihren „Sparstrumpf“ tun, führt Sie an Ihr Ziel. Das Geld dann auf Tages -oder Festgeldkonten zu sparen, ist wegen der schlechten Verzinsung nicht mehr zeitgemäß. Sie benötigen eine Geldanlage, die etwas mehr an Rendite verspricht. Deshalb geht es im nächsten Schritt darum, Ihre eigene Risikotragfähigkeit zu ermitteln. Dies ist ein ganz wesentlicher Teil meiner Honorarberatung. Denn dann wissen Sie, mit wie viel Risiko Sie bei Ihrer Geldanlage „gut schlafen“ können.

Mit der Zeit werden Sie sehen, wie Ihr Kapitalstock wächst und Sie immer näher an Ihr Ziel bringt. Es gilt nun, diesen Stock in Zukunft nie mehr herzugeben. Wenn Sie finanziell unabhängig sind, ist es Ihr Vermögen, das dann für Sie arbeitet und Ihnen Ihr „Gehalt“ zahlt.

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Was sind aktive Fonds? Und lohnt es sich, diese zu kaufen?

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Was sind aktive Fonds? Und lohnt es sich, diese zu kaufen? Wenn Sie zu einer Bank oder Versicherung gehen, bekommen Sie oft aktive Fonds verkauft. Beispiele von Fondsgesellschaften, die nach diesem Prinzip arbeiten, sind DEKA, DWS oder Templeton. Hier arbeitet ein Fondsmanager, der durch Kaufen und Verkaufen versucht, besser zu sein als ein Vergleichsindex, also z.B. der Deutsche Aktien Index. Dafür möchten der Fondsmanager und seine Gesellschaft natürlich entsprechend entlohnt werden und das viele Handeln verursacht zudem noch hohe Transaktionskosten.

Die Frage ist, ob es sich dennoch lohnt, auf aktive Fonds zu setzen?

Die wissenschaftliche Forschung gibt die Antwort darauf. In dem Video können Sie sehen, dass nach 5 Jahren nur 26% der aktiv gemanagten Aktienfonds (engl. „mutual funds“) es schaffen, den Markt zu schlagen. Nach 15 Jahren sind es sogar nur noch 14%.

Jetzt könnte der Anleger natürlich versuchen, genau auf diese 14% der aktiven Fonds zu setzen. Doch auch dies wäre langfristig keine gute Strategie, denn im Durchschnitt sind nur noch 26% davon später unter den Spitzenplätzen wiederzufinden.

Die Märkte werden immer effizienter. Wir müssen daher akzeptieren, dass es dauerhaft so gut wie unmöglich ist, die Märkte zu schlagen. Es sind vielleicht 3% der aktiven Fonds, die es in einem sehr langen Zeitraum schaffen. Und auch bei diesen wird die vermeintliche „Outperformance“ meist durch die Kosten wieder zunichte gemacht.

Fazit: Der Versuch, Markt Timing zu betreiben, bringt keinen Mehrwert. Vielmehr besteht eher die Gefahr, schlechter abzuschneiden als der Gesamtmarkt. Wenn ich als Anleger dies weiß, kann ich mir ein Investment in teure aktive Fonds sparen.

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Vorbild Norwegen

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Wer nach einer perfekten Geldanlage für die Altersvorsorge oder den Vermögensaufbau sucht, der sollte den Blick ruhig mal nach Norden werfen. Denn seit über 20 Jahren machen es uns die Norweger vor, wie es funktionieren könnte.

Bekanntermaßen ist der Reichtum Norwegens hauptsächlich auf das Gas- und Ölgeschäft zurückzuführen. Die Einnahmen sprudeln, doch den Skandinaviern ist sehr wohl bewusst, dass sie sehr abhängig vom Rohstoffgeschäft sind. Deshalb hat sich das Land 1998 entschlossen, die erwirtschafteten Gelder in einem Staatsfonds anzulegen.

Seit Auflage des Fonds kommt dieser auf eine durchschnittliche Wertentwicklung von über sechs Prozent. Dabei lässt er klar den DAX und auch jede deutsche Lebensversicherung in diesem Zeitraum hinter sich und das auch noch bei deutlich geringerem Risiko.

Wie schafft er das nur? Im Prinzip ist es ganz einfach. Der Fonds setzt entscheidende Kriterien um, die für eine erfolgreiche Geldanlage wichtig sind. Und diese sind im Einzelnen:

  1. Die Staatsgelder werden breit gestreut. Während der DAX lediglich 30 Unternehmen der deutschen Wirtschaft umfasst, ist der norwegische Staatsfonds in ca. 9000 Unternehmen aus 72 Ländern investiert. Ein Anleihenanteil von etwa 30% sorgt für die nötige Stabilität im „Staatsdepot“.
  2. Der Fonds ist langfristig ausgerichtet. Er dient als Versicherung für nachfolgende Generationen. Aus diesem Grund sind kurzfristige Spekulationen oder Market-Timing absolut tabu. Es wird immer nur dann gekauft, wenn sich wieder genug Geld angesammelt hat. Und dazu ist es völlig nebensächlich, wo der Aktienmarkt gerade steht.

 

Das Rad muss nicht immer neu erfunden werden, sondern der Privatanleger kann sich einiges von den Norwegern abgucken. In erster Linie bedeutet dies zu akzeptieren, dass es wenig Sinn macht, den Markt schlagen zu wollen. Dann gilt es im nächsten Schritt ein kostengünstiges Produkt auszuwählen, welches eine Vielzahl von Unternehmen umfasst. ETFs sind da vom Prinzip her gut geeignet, jedoch ist es auch hiermit nicht einfach diese breite Streuung hinzubekommen. Eine mit dem Staatsfonds vergleichbare Abdeckung der globalen Unternehmen gibt es nur mit dem SPDR MSCI ACWI ETF (ISIN: IE00B3YlTY66). Noch besser wäre es, auf Fonds von Dimensional zurückzugreifen. Hiermit wäre eine Streuung in über 12000 Unternehmen realisierbar. Diese exklusiven Produkte bekommt der Anleger lediglich über einen akkreditierten Honorarberater.

Seit Anfang 2019 hat sich für jeden Einwohner Norwegens ein Gegenwert von über 166.000 Euro in dem Staatsfonds angesammelt. In Deutschland können wir davon nur träumen, zu stark ist bei uns der Wunsch nach Garantien und geringen Schwankungen. Doch Norwegen zeigt uns, dass Rendite und Sicherheit zwei Komponenten der Geldanlage sind, die sich nicht unbedingt ausschließen müssen.

Quelle: ETF Extra Magazin, Nr. 3/2019, S. 38 – 41.

Wichtiger Hinweis

Die in diesem Artikel enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung oder Anlageempfehlung dar. Alle Angaben in dem Artikel stammen aus eigenen Erfahrungen und Quellen, die ich für vertrauenswürdig halte. Eine Garantie für die Richtigkeit kann jedoch nicht übernommen werden. Wertentwicklungen in der Vergangenheit stellen keine Garantie für die künftige Wertentwicklung eines Finanzinstruments dar.

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Risiko – Ist es denn nicht viel zu riskant, Aktien zu kaufen?

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Immer wieder höre ich von Menschen, die um die Jahrtausendwende nach der Werbung mit Manfred Krug Telekom-Aktien gekauft und später mit herbem Verlust wieder verkauft haben. Diese Leute sagen sich dann „Nie wieder!“. Doch das ist schade, denn wenn den Anlegern einige wesentliche Grundregeln bekannt sind, lassen sich die Risiken eines Aktieninvestments erheblich eindämmen.

Milton Friedman, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, sagte einmal: „There is no such thing as a free lunch.“ Dies bedeutet, dass Anlagen, die einen höheren Ertrag als Festgeld erbringen, naturgemäß auch mit einem höheren Risiko einhergehen. Die Rendite ist die Belohnung dafür, höhere Risiken eingegangen zu sein.

Also doch das Geld einfach auf den Girokonten lassen? Mit Nichten, denn Finanzökonomen betrachten die vermeintlich risikoarmen Investments, also z.B. Tages -und Festgeldanlagen, kapitalbildende Lebensversicherungen oder Riester-Anlagen als die in Wirklichkeit risikoreichsten Investments. Denn nach Kosten, Steuern und Inflation werden diese „sicheren“ Anlageformen langfristig einen Kaufkraftverlust erleiden.

Was kann man also tun?

Zunächst sollte einem bewusst werden, dass die Risikowahrnehmung subjektiv und nicht objektiv erfolgt. Die Risikoausprägungen des globalen Aktienmarkts können relativ gut analysiert werden. So ist beispielsweise erwiesen, dass es bei langen Anlagezeiträumen von 15 Jahren oder mehr keine Verluste, sondern nur noch Gewinne gab. Wer sein Geld zudem in einen weltumfassenden Index wie den MSCI World investiert, kann praktisch niemals einen Totalverlust erleiden. In diesem Index sind 1600 Unternehmen vertreten. Dass nun all diese Unternehmen insolvent gehen, passiert höchstens bei einem Weltuntergang.

Wie lassen sich nun die Risiken für den Anleger minimieren?

Es gilt zu akzeptieren, dass Schwankungen an den Börsen etwas Normales sind. Wenn das Depot kurzzeitig im Minus steht, sind das unrealisierte Verluste von Aktien, sogenannte Buchverluste. Das wirkliche Anlagerisiko entsteht erst dann, wenn die Verluste realisiert werden. Erst dann sind sie unwiederbringlich.

Betrachten Sie Ihren Depotstand möglichst wenig. 1-2 mal im Jahr ist völlig ausreichend. Das Nervenkostüm des Anlegers wird somit geschützt und Fehlreaktionen werden vermieden, wenn es an den Aktienmärkten mal wieder stürmisch wird.

Diversifikation ist das Zauberwort der Geldanlage. Breit streuen bringt echte Sicherheit! Also sich nicht nur ein oder zwei Aktien ins Depot legen, sondern breit und kostengünstig weltweit in ETFs oder prognosefreie Fonds anlegen. Indem dann ein Anlagezeitraum von 15 Jahren oder mehr gewählt wird, lässt sich das Risiko weiter minimieren.

Das Restrisiko kann noch weiter gesenkt werden, indem risikoarme Anlagen wie Festgeld oder Anleihenfonds beigemischt werden. Diese risikoarmen Anlageanteile senken zwar die Rendite, verringern aber deutlich die Schwankungen im Depot.

Die eigene Risikotragfähigkeit ist etwas sehr Individuelles. Ziel muss es sein, dass jede Anlegerin und jeder Anleger auch in den hektischsten Börsenphasen ruhig schlafen kann. Aus diesem Grund gehört einfach die Ermittlung der persönlichen Risikotragfähigkeit nach finanzwissenschaftlichen Kriterien zu einer gut durchdachten Strategie einfach dazu. In der Honorarberatung wird daher darauf auch besonders Wert gelegt.

Ein „Gratismittagsessen“ gibt es an den Märkten leider nicht. Doch der Anleger kann eine Menge dafür tun, dass es möglichst preiswert ausfällt. Alle Experten sind sich einig: Das größte Risiko ist es, gar nichts mit seinem Geld bzw. für die Altersvorsorge zu tun. Auch wenn man extrem risikoscheu ist: Manchmal ist es gut, einfach zu loszuspringen.

Geldanlage

„Home Bias” und globale Diversifikation

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Wenn Sie beim Anlegen einen global diversifizierten Ansatz verfolgen, müssen Sie nicht versuchen, Gewinner herauspicken, um eine erfolgreiche Investmenterfahrung zu erleben.

Tag für Tag profitieren wir von den Vorteilen einer miteinander vernetzten Welt. Wir beginnen unseren Tag mit einer Tasse Kaffee, der aus Südamerika stammt. Wir checken unsere E-Mails auf einem Smartphone, das in Kalifornien entwickelt und in Taiwan produziert wurde. Dann schlüpfen wir in unsere Kleidung, die aus ägyptischer Baumwolle gewebt wurde. Schließlich steigen wir in unser Auto aus deutscher Fertigung oder in einen in Frankreich gefertigten Zug und fahren damit zur Arbeit.

Als Verbraucher denken wir selten zweimal über die Fülle an Waren nach, die die globalen Märkte zu bieten haben. Als Anleger konzentrieren wir unsere Portfolios allerdings häufig auf unseren Heimmarkt – zu Lasten der globalen Diversifikation. Beispielsweise legen viele Anleger weltweit etwa 40% ihres Kapitals in inländischen Aktien an, obwohl ihre Aktienmärkte weniger als 10% des gesamten globalen Markts insgesamt ausmachen. [1] Dieses Phänomen lässt sich in verschiedenen Ländern rund um den Globus beobachten und ist in der Anlegergemeinschaft als „Home Bias“ bekannt.

Da sich bei Anlagen im Ausland gewisse Unannehmlichkeiten ergeben können, kann für Anleger eine Ausrichtung auf den Heimatmarkt in manchen Fällen sinnvoll sein. Im Allgemeinen können jedoch die Risiken steigen und die Anlagechancen sinken, wenn man die Vorteile der globalen Diversifikation außer Acht lässt.

Wie Abbildung 1 verdeutlicht, wiesen 13 (von 21) entwickelte Märkte während der 20 Jahre bis Dezember 2016 in einem Kalenderjahr den am besten abschneidenden Aktienmarkt auf, jedoch schaffte dies kein Land in mehr als zwei aufeinanderfolgenden Jahren.

Aktienrenditen der entwickelten Märkte Jährliche Rendite (%)
Abbildung 1: Aktienrenditen der entwickelten Märkte Jährliche Rendite (%)

Dieser Trend ließ sich auch bei den Schwellenmärkten beobachten. Wie Abbildung 2 darlegt, wiesen 13 (von 20) Schwellenmärkte jeweils in einem Jahr den Markt mit der besten Wertentwicklung auf, jedoch schaffte dies kein Land in mehreren aufeinanderfolgenden Jahren.

Abbildung 2: Aktienrenditen der Schwellenmärkte Jährliche Rendite (%)
Abbildung 2: Aktienrenditen der Schwellenmärkte Jährliche Rendite (%)

Diese Daten veranschaulichen, dass es schwer ist, vorherzusagen, welche Märkte sich im jeweiligen Jahr überdurchschnittlich entwickeln. Wenn Anleger ihr Portfolio global diversifizieren, sind sie jedoch gut positioniert, Renditen zu erfassen, wo auch immer diese sich ergeben.

Der Versuch, in einem bestimmten Zeitraum nur die Gewinner unter den Märkten auszuwählen, ist eindeutig ein schwieriges Unterfangen. Wenn Sie beim Anlegen jedoch einen global diversifizierten Ansatz verfolgen, müssen Sie nicht versuchen, die Gewinner herauszupicken, um eine erfolgreiche Investmenterfahrung zu erleben.

Wenn Anleger auch die Anlagechancen außerhalb des inländischen Aktienmarkts nutzen, können sie so dazu beitragen, die Zuverlässigkeit der Ergebnisse zu steigern. Dadurch können Anleger zuversichtlich sein, dass ein global diversifiziertes Portfolio in jedem Jahr die Länder mit der besten (und schlechtesten) Wertentwicklung enthält.

 

[1] Willis Towers Watson, Global Pension Assets Study 2017.

 

Quelle: Dimensional Fund Advisors LP.

Die in diesem Artikel dargestellten Ansichten und Meinungen spiegeln nicht notwendigerweise die von Dimensional Fund Advisors Ltd. (DFAL) vertretenen Ansichten und Meinungen wider. DFAL kann weder die Richtigkeit noch die Vollständigkeit zusichern und übernimmt keine Haftung für Verluste, die aus der Nutzung des Materials entstehen. Dieses Material dient nur zu Informationszwecken. Es stellt keine Empfehlung und kein Angebot zur Zeichnung oder zum Kauf von hier genannten Produkten oder Dienstleistungen dar. Die zur Verfügung gestellten Informationen stellen keine ausreichende Grundlage für Anlageentscheidungen dar.

Inhalt, Form und Aussagen des Artikels dienen der Information und sind auf die jeweilige Firmenidentität und Marke anzupassen.

DFAL gibt Informationen und Unterlagen in Englisch heraus und kann die Informationen und Unterlagen zusätzlich auch in anderen Sprachen herausgeben. Die fortlaufende Akzeptanz von Informationen und Unterlagen durch den Empfänger von DFAL konstituiert das Einverständnis des Empfängers, dass ihm die Informationen und Unterlagen, und sofern relevant in mehr als einer Sprache, zur Verfügung gestellt werden.

RISIKEN

Kapitalanlagen beinhalten Risiken. Der angelegte Kapitalwert sowie die daraus erzielte Kapitalrendite unterliegen Schwankungen, sodass der Wert der Anteile eines Investors bei Rückgabe über oder unter dem Erwerbskurs liegen kann. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit stellt keine Garantie für zukünftige Entwicklungen dar. Es gibt keine Garantie dafür, dass Strategien erfolgreich sind. Diversifikation sichert weder einen Gewinn noch bietet sie einen garantierten Schutz gegen Verluste in einem rückläufigen Markt.

 

Geldanlage

Geld und Emotionen trennen!

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In diesem Video komme ich auf ein ganz wesentliches Anlegerthema zu sprechen: Geld von Emotionen zu trennen.

 

Ende des letzten Jahres ging es an den Weltbörsen rasant bergab, von Panik war plötzlich die Rede. Und nun? Ende März 2019? Die Börsen haben sich wieder kräftig erholt. Schlimm für den, der im Dezember verkauft hat.

André Kostolany sagte einmal: „Man kann die Börse heiß lieben, muss sie aber kalt behandeln.“ Was meint er damit? Das möchte ich gerne an einem Beispiel zeigen.
Auf dem abgebildeten Chart sehen Sie den Deutschen Aktien Index (DAX) mit einem Ausschnitt von 11 Jahren. In diesem Zeitraum gab es eine beachtliche Wertentwicklung von durchschnittlich 10,9%. Das ist sehr gut, hatte aber auch ihren Preis: Der Anleger musste eine Abwärtsbewegung von über 31% überstehen.

Die typische Anlegerkurve sieht so aus: Steigt die Börse, kommt Euphorie auf, man will mit dabei sein. Ist man nach etwas Zögern nun endlich eingestiegen, fangen die Börsen plötzlich an zu fallen. Man wird nervös. Fällt die Börse dann weiter, kommt Angst dazu. Der „zittrige“ Anleger verkauft und… Sie ahnen, was kommt, die Börsen steigen dann wieder.
Wir müssen einfach akzeptieren, dass Schwankungen etwas ganz Normales sind, sie gehören zum Tagesgeschäft des Investierens einfach dazu.
Um sich von den eigenen Emotionen nicht leiten zu lassen, ist es daher enorm wichtig, eine gut überlegte Strategie zu haben. Und diese muss zu den eigenen Zielen und der eigenen Risikotragfähigkeit passen. Wenn ich diese Strategie habe, bekomme ich den nötigen Abstand zum Tagesgeschehen an den Börsen, kann besser schlafen und halte mit hoher Wahrscheinlichkeit meinen Investitionsplan auch durch.

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Ich werde im nächsten Monat 50. Ist es denn jetzt nicht zu spät, ein Vermögen aufzubauen?

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Ich werde im nächsten Monat 50. Ist es denn jetzt nicht zu spät, ein Vermögen aufzubauen?

Grundsätzlich ist es nie zu spät, Geld zurückzulegen und rentabel anzulegen. Auch im fortgeschrittenen Alter nicht.

Menschen der Generation 50+ müssen sich darüber bewusst sein, dass sie möglicherweise noch die Hälfte ihres Lebens vor sich haben. Die Lebenserwartung der Frauen und Männer steigt von Jahr zu Jahr an. Durch den medizinischen Fortschritt und das ansteigende Gesundheitsbewusstsein der Menschen ist eine Lebenserwartung von 100 Jahren in Zukunft durchaus realistisch. Gerade auch vor diesem Hintergrund erscheint ein Renteneintrittsalter von 67 Jahren eher wie eine Utopie. Im Jahr 2040 werden es nicht einmal 2 Arbeitnehmer sein, die einen Rentner versorgen sollen. Da die Menschen ja auch immer älter werden, stellt sich da die Frage, wie das gesetzliche Rentensystem in Zukunft funktionieren soll? Schon jetzt wird diskutiert, das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre anzuheben.

Vor diesem Hintergrund kann es einfach nicht zu spät sein, auch mit 50 Lebensjahren noch Vermögen aufzubauen. Vermögensaufbau lohnt sich immer, bereits mit kleinen Beträgen und auch in jedem Alter! Sinnvoll wäre sicherlich, eine altersgerechte Risikoanpassung vorzunehmen, also z.B. nicht 100% in Aktien zu investieren. Was wäre die Alternative zum Vermögensaufbau in diesem Alter? Nichts zu tun. Und ganz ehrlich, das ist wirklich keine echte Alternative!

Um zunächst eine genaue Vorstellung von der eigenen, individuellen Situation zu bekommen, wäre es wichtig, einmal zu berechnen, wie groß die Rentenlücke ist. Ich vergleiche das gerne mit dem Gang zum Arzt. Denn dieser macht zunächst auch eine Diagnose, bevor er die Therapie einleitet.

Diese Berechnung ist enorm wichtig, denn der Wert auf Ihrem Rentenbescheid trügt. Es gehen nämlich davon noch die Steuern und Sozialabgaben im Rentenalter ab. Zudem nagt auch die Inflation an dem Rentenbetrag. Wenn auf Ihrem Bescheid ein Rentenwert von 1300€ steht, erhalten Sie möglicherweise später nur um die 1000€ an echter Kaufkraftrente ausgezahlt.

Eine genaue Berechnung Ihrer Rentenlücke können Sie bei einem unabhängigen Finanzberater, der auf Honorarbasis arbeitet, durchführen lassen.

Sie sehen hier exemplarisch, wie das Ergebnis solch einer Berechnung aussehen könnte. Die Analyse gibt Ihnen einen genauen Überblick, wie hoch die Lücke ist und wie viel Kapital bis zum Renteneintritt aufgebaut werden muss.

 

Diese Rentenlückenberechnung kostet nicht viel, liefert Ihnen aber einen genauen Ansatzpunkt, wie die Lücke zu schließen ist. Bei Interesse daran können Sie mich gerne kontaktieren.

Nach der Berechnung wissen Sie genau, wie viel Geld Sie anlegen müssen, um die Lücke ganz oder teilweise zu schließen. Sie werden mit Sicherheit sehen, dass sich ein Vermögensaufbau auch noch mit 50+ lohnt und können deutlich beruhigter in die Zukunft schauen.

 

 

 

 

 

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Honorarberatung

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Honorarberatung – Wie finde ich den für mich richtigen Berater?

Ich bin Mitte 40 und vor einem Jahr habe ich 100.000 € geerbt. Manch einer würde denken, toll, doch für mich kam die Frage auf: Was nun? Denn, ganz ehrlich, ich habe mich vorher noch nicht so sehr mit Finanzdingen beschäftigt. Also ging ich zu meiner Hausbank und war etwas überrascht…nach kurzer Zeit schon hielt ich ein Angebot für irgend so einen Fonds in der Hand. Der Berater sagte mir, das wäre genau das Richtige für mein Geld. Er ist der Fachmann, dachte ich zunächst. Doch zu Hause angekommen, überkam mich ein flaues Gefühl in der Magengegend, ob das denn nun das Richtige für mich sei. Also habe ich mir die Unterlagen genauer angeschaut und konnte gar nicht glauben, was ich da sah: 5000€ soll ich zahlen, nur damit mein Geld angelegt wird? Sofort schnappte ich mir mein Handy und rief meinen Bankberater an. „Ja, das sei der Ausgabeaufschlag, das ist doch normal.“, teile er mir freundlich mit.
Normal war nun gar nichts mehr für mich, denn nun wollte ich mehr wissen! Es muss doch noch einen anderen Weg geben?!

Christian, 42, aus Berlin

 

Finanzen ist ein Thema, das gerne verdrängt wird. Doch irgendwann im Leben kommt die Situation, – wie in diesem Beispiel – dass man sich doch damit beschäftigen muss. Den meisten Menschen ist aber durchaus bewusst, dass das alte Sparbuch bei der Bank nicht mehr ausreicht, um die Kaufkraft des Geldes zu erhalten oder gar einen rentablen Vermögensaufbau damit zu gestalten. Daher steigt der Bedarf an Beratung. Doch wie finde ich einen guten Finanzberater?

„Jeder, der kostenlos berät, ist Verkäufer!“

Dr. Michael Ritzau

 

In Deutschland gibt es zwei Formen der Finanzberatung: Die Provisionsberatung und die Honorarberatung.

Worin liegen die wesentlichen Unterschiede?

 

Provisionsberatung

Honorarberatung

  • Der Berater bekommt für die vermittelte Geldanlage oder Versicherung eine Provision vom Produktanbieter.
  • Da der Berater nur dann verdient, wenn er etwas verkauft, besteht die Gefahr, dass
    • möglicherweise Produkte empfohlen werden, die eher dem Berater als dem Kunden dienen,
    • eine Überversorgung mit Verträgen stattfindet,
    • Geldanlagen oder Versicherungen häufiger umgeschichtet werden,
    • komplexe, intransparente Produkte verkauft werden.
    • Die Vergütung des Beraters ist oft nicht transparent (versteckte Provisionen)
  • Der Berater wird ausschließlich vom Kunden bezahlt und erhält keine Provisionen vom Produktgeber.
  • Da der Berater vom Kunden bezahlt wird,
    • hat er i.d.R. kein Eigeninteresse und kann sich auf die Bedürfnisse und Ziele des Kunden konzentrieren.
    • kann er eine Beratung durchführen, ohne dass es zwangsläufig zu einer Produktvermittlung kommen muss.
    •  kann er aus einer breiten Angebotspalette gemeinsam mit dem Kunden die optimale Lösung herausarbeiten.
    • kann er kostengünstige Anlage- und Versicherungsprodukte empfehlen.
    • Die Vergütung zwischen dem Berater und Kunden wird offen vereinbart und ist damit transparent.

Provisionsberatung

Honorarberatung

 

Woran erkenne ich einen guten Honorarberater bzw. unabhängigen Finanzberater?

Prof. Dr. Hartmut Walz hat hierfür eine hilfreiche Richtschnur entwickelt, an der sich die Kundin oder der Kunde orientieren kann:

  • Die Finanzdienstleistung (Beratungs-, und Vermittlungstätigkeit) orientiert sich ausschließlich an dem Bedarf und dem Interesse des Kunden.
  • Der Berater ist absolut unabhängig von Zuwendungen und Abhängigkeiten von Produktgebern.
  • Die Beratung ist nicht kostenlos. Es gibt eine Vergütung für konkrete Leistungen.
  • Der Kunde kann aus einem marktumfassenden Angebotsspektrum wählen.
  • Die Beratung ist fachlich kompetent und qualitätsvoll, mit hohem Marktüberblick und tiefergehenden Methoden der Finanzmathematik (Nutzung geeigneter Software).
  • Staatliche Zulassung und Aufsicht (IHK). Die Kundenerstinformation gibt Ihnen wichtige Hinweise:
    • Angestellte von Banken und Versicherungen sowie gebundene Versicherungsvertreter verkaufen nur Versicherungen und Fonds von Gesellschaften, die sie vertreten.
    • Ungebunden sind dagegen Versicherungsberater, Finanzanlagenvermittler auf Honorarbasis und auch Versicherungsmakler (sofern sie nicht durch Provisionen vergütet werden).

 

Was kostet eine Honorarberatung?

Die Honorarleistung orientiert sich an dem Umfang der Beratungsleistung und ist damit sehr individuell. Generell kann festgehalten werden, dass jedem Honorar auch eine entsprechende Serviceleistung gegenüberstehen muss.

So kann ein Pauschalhonorar für bestimmte Beratungsleistungen vereinbart werden. Diese können beispielsweise Ausarbeitungen von Anlage- und Versicherungsvorschlägen, Begutachtungen von bestehenden Verträgen oder die Ermittlung der persönlichen Rentenlücke sein. Für das angelegte Vermögen oder Altersvorsorge-Verträge kann eine Servicegebühr vereinbart werden, die eine konsequente Betreuung des Kunden in Form regelmäßiger Depotbesprechungen und weiterer individueller Leistungen umfasst.

Wer es gut findet, dass seine Finanzberatung über Provisionen indirekt vom Produkthersteller bezahlt wird, der müsste es auch gut finden, wenn sein Steuerberater vom Finanzamt oder sein Arzt von der Pharmaindustrie vergütet werden.“, Prof. Walz, finanzblog

 

Quellen:

Finanzblog – Prof. Dr. Harmut Walz

Hartmut Walz: Einfach genial entscheiden in Geld-und Finanzfragen. Freiburg 2016: Haufe-Lexware Gmbh & Co. KG.
Tim Schaumburg: Finanzplanung für Lufthansa Cockpit-Crews. Kassel 2018: SFP Eigenpublikation.

Wichtiger Hinweis:

Die in diesem Artikel enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung oder Anlageempfehlung dar. Alle Angaben in dem Artikel stammen aus eigenen Erfahrungen und Quellen, die ich für vertrauenswürdig halte. Eine Garantie für die Richtigkeit kann jedoch nicht übernommen werden. Wertentwicklungen in der Vergangenheit stellen keine Garantie für die künftige Wertentwicklung eines Finanzinstruments dar.

 

Geldanlage

Total Cost of Ownership? Auf die Kosten kommt es an.

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Total Cost of Ownership? Auf die Kosten kommt es an. Ganz gleich, ob Sie sich ein Auto kaufen oder eine Investmentstrategie auswählen – die Kosten, die auf Sie zukommen werden, dürften ein wichtiger Faktor bei jeder größeren finanziellen Entscheidung sein.

Um fundierte Entscheidungen treffen zu können, verlassen sich die Menschen dabei auf zahlreiche unterschiedliche Informationen über die Kosten. Wenn Sie beispielsweise ein Auto kaufen, sagt Ihnen der Listenpreis in etwa, was Sie wahrscheinlich für das Auto selbst zahlen müssen. Der Listenpreis ist jedoch nur ein Teil der Gesamtkosten, die durch den Besitz eines Autos auf Sie zukommen. Andere Faktoren wie Steuern, Versicherungskosten, Kraftstoff, erwartete Wartungskosten sowie mögliche Kosten durch unerwartete Reparaturen müssen ebenfalls unbedingt berücksichtigt werden. Einige dieser Kosten lassen sich leicht ermitteln, andere sind schwieriger zu beurteilen. In gleicher Weise müssen bei Investments in Fonds verschiedene Variablen berücksichtigt werden, um zu beurteilen, wie kostengünstig eine Strategie für einen bestimmten Anleger sein kann.

 

DIE LAUFENDEN KOSTEN

Investmentfonds sind mit den unterschiedlichsten Kosten verbunden, die sich alle auf die Nettorendite der Anleger auswirken. Die laufenden Kosten sind einfach nachzuvollziehen. Ähnlich wie beim Listenpreis eines Autos, sagen Ihnen die laufenden Kosten viel darüber, was Sie voraussichtlich für eine Investmentstrategie ausgeben müssen. So ist es verständlich, dass die laufenden Kosten für viele Anleger eine wichtige Rolle bei der Auswahl eines Fonds spielen.

Abbildung 1. Hohe Kosten können die Wertentwicklung schmälern – Gewinner und Verlierer von US-Aktienfonds anhand der Kostenquote (%) [3]

Abbildung 1 veranschaulicht den Anteil überdurchschnittlicher Wertentwicklungen (also den Prozentsatz jener Fonds, die im Vergleich zu ihrem Referenzindex eine bessere Wertentwicklung aufzeigten) für US-amerikanische aktiv verwaltete Aktienfonds über einen 15-Jahreszeitraum bis 31. Dezember 2018. Um den Zusammenhang zwischen den laufenden Kosten und der Wertentwicklung zu verdeutlichen, wird der Anteil überdurchschnittlicher Wertentwicklungen für Quartile von Fonds, nach ihren laufenden Kosten, dargestellt. Wie aus der Abbildung hervorgeht, blieben die aktiv verwalteten Fonds in den meisten Fällen hinter ihren Indizes zurück. Es wird jedoch auch deutlich, dass die überdurchschnittliche Wertentwicklung umgekehrt proportional zu den laufenden Kosten ist. So schneiden gerade einmal 6% der Fonds im Quartil mit den höchsten laufenden Kosten besser ab als ihr Index, während sich dieser Anteil im Quartil mit den geringsten laufenden Kosten auf 25% beläuft.
Diese Daten zeigen, dass eine hohe Kostenquote häufig eine schwierige Hürde ist, die Fonds vor allem über einen längeren Zeitraum überwinden müssen. Aus Sicht des Anlegers belaufen sich die Einsparungen durch eine Kostenquote von 0,25% gegenüber 1,25%; bei einer Anlage von einer Million Euro; auf 10.000 EUR pro Jahr. Wie Abbildung 2 deutlich macht, kann sich daraus mit der Zeit eine erhebliche Summe ergeben.

 

Abbildung 2. Hypothetisches Wachstum von 1 Mio. Euro bei 6%, nach Aufwendungen [4]

 

FAKTOREN, DIE ÜBER DIE LAUFENDEN KOSTEN HINAUSGEHEN

Die schlechte Erfolgsbilanz von Investmentfonds mit hohen Kosten (Gesamtkostenquoten) hat dazu geführt, dass sich viele Anleger allein auf Basis der laufenden Kosten für einen Investmentfonds entscheiden. Ähnlich wie beim Listenpreis eines Autos ergibt sich jedoch allein aufgrund der laufenden Kosten noch kein umfassendes Bild der Betriebskosten. Dies zeigt sich beispielsweise bei Indexfonds, die gegenüber Vergleichsfonds häufig besonders geringe laufende Kosten vorweisen. Indexfonds sind danach ausgelegt, die Bestandteile eines von einem Indexanbieter wie Russell oder MSCI erstellten Index nachzuverfolgen oder abzubilden.
Wichtige Entscheidungen im Anlageprozess, beispielsweise welche Titel in den Index aufgenommen werden sollen, werden einem Indexanbieter überlassen und liegen nicht im Ermessen des Fondsmanagers. So kann es beispielsweise vorkommen, dass Indexfonds für die festgelegten Termine der Neuausrichtung, also der Aufnahme oder Streichung von bestimmten Wertpapieren, Aktien dann kaufen müssen, wenn die Nachfrage hoch ist, und verkaufen müssen, wenn die Nachfrage gering ist. Solche Käufe und Verkäufe, ohne Berücksichtigung des Preises, können erforderlich sein, damit der Indexfonds sein Anlagemandat eines zugrundeliegenden Index nachbilden kann. Daraus können sich suboptimale Handelskosten für den Index ergeben, was sich gegebenenfalls negativ auf die Gesamtrenditen auswirkt. Mit anderen Worten: Die Kosten je gehandelter Einheit können für ein bestimmtes Transaktionsvolumen (bzw. einen bestimmten Portfolioumschlag) bei einem entsprechend streng geregelten Anlageansatz höher ausfallen. Zudem sind diese Kosten für einen Anleger, der einen Fonds allein aufgrund der laufenden Kosten beurteilt, mitunter nicht ersichtlich. Da Indizes nur selten neuausgerichtet werden (üblicherweise einmal jährlich), kann es vorkommen, dass jene Fonds, die versuchen den Index abzubilden, ihre Anteile anhand veralteter Auswahlkriterien kaufen oder verkaufen müssen. Die Merkmale einer Aktie, die bei der letzten Neuausrichtung als Value-Aktie [1] kategorisiert wurde, können sich beispielsweise mit der Zeit ändern. Zwischen den Neuausrichtungstagen würden sich diese Veränderungen jedoch nicht auf die Aufnahme oder die Gewichtung dieser Aktie innerhalb eines Value-Index auswirken. Daher können Zahlungsströme in einen Value-Indexfonds im Grunde zum Erwerb von Aktien verwendet werden, die zum gegebenen Zeitpunkt eher als Growth-Aktien [2] einzustufen wären und umgekehrt. Man kann also sagen, dass sich solche Fonds eher an der Vergangenheit orientieren, als an der Zukunft.
Bei aktiven Ansätzen, wie der aktiven Aktienauswahl, sind mitunter sowohl das gesamte Transaktionsvolumen, als auch die Kosten pro Transaktion hoch. Tätigt ein Investmentmanager zu viele oder ineffiziente Handelsgeschäfte, können Kosten wie Provisionen und handelsbedingte Preiseffekte die Renditen aufzehren. Aus Sicht unseres Auto-Beispiels entsprechen diese Auswirkungen den Folgen, die ständiges Bremsen oder rasches Beschleunigen für das Auto haben. Bei einem Auto würde ein solches Verhalten zu starkem Verschleiß und einem höheren Treibstoffverbrauch führen, wodurch die Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership) steigen würden. In gleicher Weise kann ein übermäßiger Handel negative steuerliche Auswirkungen für einen Fonds haben. Dadurch können wiederum die Betriebskosten für Anleger steigen, die Fonds in steuerpflichtigen Konten halten. Entsprechende Handelskosten lassen sich durch die Vermeidung von unnötigem Kapitalumschlag und eine Minimierung der Kosten je Transaktion geringhalten.
Eine Möglichkeit, implizite Kosten, im Vergleich zu streng geregelten Index-Strategien und umschlagsintensiven aktiven Strategien, zu reduzieren, besteht in der Anwendung eines flexiblen Investmentansatzes, der weniger direktes Handeln erfordert und so eine opportunistische Strategie ermöglicht. Wenn Sie den Kapitalumschlag niedrig halten, flexibel bleiben und nur dann Transaktionen ausführen, wenn die möglichen Vorteile eines Handelsgeschäfts dessen Kosten aufwiegen, können Sie Ihre allgemeinen Handelskosten niedrig halten und dazu beitragen, die Gesamtbetriebskosten zu verringern.

Fazit

Die Gesamtbetriebskosten eines Investmentfonds lassen sich möglicherweise nur schwer beurteilen und es benötigt ein eingehendes Verständnis der Kosten, das über die Bedeutung der Kostenquote alleine hinausgeht. Anleger sollten unseres Erachtens nicht nur einzelne kostenbezogene Kennzahlen betrachten, sondern die Gesamtbetriebskosten einer Investmentlösung bewerten.

 

Quelle: Dimensional Fund Advisors LP.

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RISIKEN
Kapitalanlagen beinhalten Risiken. Der angelegte Kapitalwert sowie die daraus erzielte Kapitalrendite unterliegen Schwankungen, sodass der Wert der Anteile eines Investors bei Rückgabe über oder unter dem Erwerbskurs liegen kann. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit stellt keine Garantie für zukünftige Entwicklungen dar. Es gibt keine Garantie dafür, dass Strategien erfolgreich sind.

Fußnoten:

[1] Eine Aktie, die bezogen auf eine Fundamentalkennzahl wie den Buchwert oder den Gewinn günstig bewertet ist.

[2] Eine Aktie, die bezogen auf eine Fundamentalkennzahl wie den Buchwert oder den Gewinn teuer bewertet ist.

[3] Die Stichprobe umfasst Fonds zu Beginn des Zeitraums über 15 Jahre bis zum Ende am 31. Dezember 2017. Die Fonds sind innerhalb ihrer Kategorie anhand ihrer durchschnittlichen Kostenquote über den Stichprobenzeitraum in Quartile eingeteilt. Die Abbildung zeigt den Prozentsatz der Gewinner- und Verliererfonds nach Kostenquotenquartil. Gewinner sind Fonds, die fortbestanden und die Benchmark ihrer jeweiligen Morningstar-Kategorie übertrafen. Verlierer sind Fonds, die entweder nicht fortbestanden oder die Benchmark ihrer jeweiligen Morningstar- Kategorie nicht übertrafen. Die Daten zu in den USA ansässigen offenen Investmentfonds wurden von Morningstar und vom Center for Research in Security Prices (CRSP) der University of Chicago zur Verfügung gestellt.
Die Aktienfonds-Stichprobe umfasst die folgenden historischen Morningstar- Kategorien: Diversified Emerging Markets, Europe Stock, Foreign Large Blend, Foreign Large Growth, Foreign Large Value, Foreign Small/Mid Blend, Foreign Small/Mid Growth, Foreign Small/Mid Value, Japan Stock, Large Blend, Large Growth, Large Value, Mid-Cap Blend, Mid-Cap Value, Miscellaneous Region, Pacific/Asia ex-Japan Stock, Small Blend, Small Growth, Small Value und World Stock. Weitere Informationen zu den historischen Morningstar-Kategorien finden Sie unter “The Morningstar Category Classifications” auf der Webseite morningstardirect.morningstar.com/clientcomm/Morningstar_Categories_US_ April_2016.pdf. Indexfonds und Dachfonds sind aus der Stichprobe ausgeschlossen. Rendite, Kostenquote und Umschlag von Fonds mit mehreren Aktienklassen werden als anlagengewichteter Durchschnitt der einzelnen Aktienklassenergebnisse verwendet. Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre „Mutual Fund Landscape 2018“ von Dimensional Fund Advisors.
Die Wertentwicklung in der Vergangenheit stellt keine Garantie für zukünftige Entwicklungen dar.

[4] Nur zur Veranschaulichung und nicht repräsentativ für ein tatsächliches Investment. Diese hypothetische Darstellung soll die möglichen Auswirkungen verdeutlichen, die höhere Kostenquoten haben können. Sie stellt nicht die tatsächliche Erfahrung eines Anlegers dar. Dabei wird von einem Anfangskontoguthaben von 1.000.000 EUR und einem jährlichen Durchschnittswachstum von 6% abzüglich Kostenquoten von 0,25% und 0,75% ausgegangen, die über einen Zeitraum von 15 Jahren angewendet werden. Steuern und andere mögliche Kosten sind nicht berücksichtigt.
Die tatsächlichen Ergebnisse können erheblich abweichen. Bei veränderten Annahmen würden unterschiedliche Ergebnisse herauskommen. Wäre beispielsweise die Höhe des Anfangsinvestments niedriger, wären auch die Einsparungen und die Differenz zwischen den Guthaben am Ende niedriger.

Lassen Sie uns über Geld reden!

Die 3 wichtigsten Geldtipps fürs Leben

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Die 3 wichtigsten Geldtipps fürs Leben. In diesem Video richte ich mich ganz besonders an die jungen Menschen zwischen 20 und 30 Jahren, doch alle anderen dürfen natürlich auch reinschauen. Wer in dieser Phase des Lebens die richtigen Entscheidungen trifft, hat für den Rest des Lebens gut ausgesorgt.

In der Welt am Sonntag war vor Kurzem zu lesen, dass sich viele junge Menschen weigern, über Finanzen nachzudenken. In dem Alter zwischen 20 und 30 Jahren stellst du jedoch entscheidende Weichen für dein späteres Leben, deshalb möchte ich dir die 3 wichtigsten Geldtipps für dein Leben verraten:

 

 

Tipp 1:

Überlege dir gut, ob der Kauf eines Hauses oder einer Wohnung jetzt für dich Sinn macht? Immobilien können ein wichtiger Baustein der privaten Altersvorsorge sein. Aber: Der Kauf ist auch mit Risiken behaftet. Du nimmst einen gehörigen Kredit bei der Bank auf. Und was ist, wenn du plötzlich mal weniger verdienst oder umziehen musst? Also: Immobilienkauf ja, aber nur, wenn deine Lebensverhältnisse weitgehend geklärt sind.

Tipp 2:

Die größte finanzielle Power, die du hast, ist dein Humankapital, also das Geld, das du während deines Arbeitslebens verdienst. Bei einer durchschnittlichen Fachkraft, die 40 Jahre lang arbeitet, kommen da 2,3 Millionen Euro zusammen. Eine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit macht hier also mehr als Sinn.

Tipp 3:

Fange mit dem Sparen an, denn die Zeit spielt für dich! Allerdings macht das nur Sinn, wenn du dein Geld rentabel anlegst. Daher nutze die Chancen der Aktienmärkte! Es macht einen Riesenunterschied, ob du dein Geld aufs Sparbuch packst oder eben in Aktienfonds investierst. Nach Kosten sind da durchschnittlich 7% an Rendite durchaus realistisch. 100 € regelmäßig monatlich investiert, schaffen durch die Macht des Zinseszinseffekts nach 40 Jahren knapp 250.000 €. Daher nutze die Power, die du durch dein junges Alter hast und beginne noch heute mit deinem persönlichen Vermögensaufbau.

Michael Herrmann, 9.3.2019

 

Quelle: Welt am Sonntag, Nr. 8, 24.02.2019, S. 37 und 38