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Warum ist es so wichtig, die eigene Risikobereitschaft zu kennen?

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RisikobereitschaftWarum ist es so wichtig, die eigene Risikobereitschaft zu kennen? Für viele Menschen ist die Finanzwelt immer noch fremd und schwer zu durchschauen. Auf der anderen Seite ist der Wunsch da, mehr aus seinem Geld zu machen. Dies ist auch verständlich, denn auf Spareinlagen gibt es heute so gut wie keine Zinsen mehr. So ist manch einer versucht, zur Bank zu gehen und einen Aktienfonds für das Ersparte zu erwerben. Oder es wird ein Portfolio selber mit überwiegend Aktien oder Aktienfonds zusammengestellt. Mögliche Risiken werden dabei ausgeblendet oder gar nicht bedacht. Im ungünstigen Fall kommt es direkt nach dem Kauf der Aktien oder Fonds zu einem heftigen Rückgang an den Aktienmärkten und das Depot rutscht kurzzeitig kräftig in die Verlustzone. Wenn ein Anleger jetzt verzweifelt ist, schlaflose Nächte hat und überlegt, alles mit Verlust zu verkaufen, dann ist er bzw. sie mit hoher Wahrscheinlichkeit ein für sich zu hohes Risiko eingegangen.

Aus wissenschaftlichen Studien sind fünf unterschiedliche Risiko-Kategorien bekannt: finanzielle, physische, soziale, gesundheitliche und ethische. So kann es sein, dass sich Menschen innerhalb einer Kategorie konsequent verhalten, aber nicht unbedingt in den anderen Kategorien. Ein Rennfahrer z.B. könnte auch durchaus ein Extrem-Skifahrer sein, muss sich aber bei einem Vortrag vor vielen Menschen nicht unbedingt wohl fühlen oder finanziell risikofreudig sein.

Menschen reagieren unterschiedlich auf Risiko. Einige neigen eher dazu, Risiken abzulehnen, während andere diese eher akzeptieren. Gerade für den finanziellen Bereich ist es enorm wichtig, die eigene, persönliche Risikobereitschaft zu kennen. Das bedeutet zu ermitteln, inwieweit ein Anleger ein Risiko eines weniger günstigen Ergebnisses bewusst eingeht, um eventuell ein günstigeres Ergebnis zu erzielen (vgl. ISO 22222 Personal Financial PlanningStandards). Die persönliche Risikobereitschaft umfasst den ganz individuellen Bereich, in dem angstfrei und neutral Entscheidungen getroffen werden können.

Oft machen wir uns Sorgen um die Gefahren, die bestehen, wenn ein zu hohes Risiko eingegangen wird. Es ist aber auch möglich, dass Menschen zu wenig Risiko eingehen und dadurch Chancen verpassen. Studien bestätigen auch, dass Menschen ihre eigene Risikobereitschaft im Allgemeinen nicht genau abschätzen können.

In der unabhängigen Honorarberatung ist es vornehmliches Ziel eine Anlage- oder Vorsorgestrategie zu entwickeln, die zu Ihren Zielen und Ihrer Persönlichkeit passt. Aus diesem Grund gehört die Ermittlung Ihrer Risikobereitschaft als ein wesentlicher Bestandteil dazu.

Hierzu verwende ich ein international anerkanntes und erprobtes Testverfahren von FinaMetrica. Die wissenschaftliche Grundlage hierfür ist die Psychometrie, eine Kombination aus Psychologie und Statistik, mit der persönliche Merkmale wie die Risikobereitschaft hoch valide und zuverlässig gemessen und ausgewertet werden können. Mit Hilfe dieses Testverfahrens ist es für den Anleger und mich als Berater möglich, die persönliche Risikobereitschaft genau und zuverlässig zu ermitteln. Damit ist dann die Basis für die ganz individuelle Anlage- bzw. Vorsorgestrategie geschaffen.

Die verschiedenen Anlageklassen durchlaufen immer wieder Auf- und Abschwünge. Die Risikobereitschaft ist dagegen ein ganz persönliches Merkmal, das sich im Laufe des Lebens nur geringfügig verändert. Zu wissen, wieviel Risiko ich als Anleger tragen kann, hilft, nicht nur ruhig zu schlafen. Es trägt auch ganz wesentlich dazu bei, die eigene Strategie durchzuhalten und am Ende die individuell gesteckten Ziele zu erreichen.

Das Wichtigste bei einer Anlagephilosophie ist, dass man sich auch an sie halten kann.“

Daniel Booth, US-amerikanischer Geschäftsmann

Quellen:

FinaMetrica Pty Limited: „Risiko, Risikobereitschaft und Pychologischer Test“. Fußnoten zum Risikoprofiling, 2019.

Kommer, Gerd: Souverän investieren für Einsteiger. Frankfurt a.M. 2019: Campus Verlag.

Geldanlage

Was ist eigentlich ein Honorar-Finanzanlagenberater?

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Was ist eigentlich ein Honorar-Finanzanlagenberater?

Generell gilt in Deutschland, dass sich Finanzberater – sofern sie nicht bei Banken arbeiten – bei der IHK registrieren lassen müssen: Entweder als Finanzanlagenvermittler (§34f GewO) oder Honorar-Finanzanlagenberater (§34h GewO). Nach Vorgabe der EU wurde die Honorarberatung zum 01.08.2014 gesetzlich in Deutschland reguliert. Die Bezeichnung „Honorar-Finanzanlagenberater“ ist seitdem gesetzlich geschützt. Nur derjenige, der die Zulassung dafür hat, darf auch den Berufstitel führen.

 

Was sind die Kennzeichen eines Honorar-Finanzanlagenberaters?

Er kann den Anleger auch ohne Vermittlungsabsicht beraten. Sein Honorar erhält er ausschließlich vom Kunden. Dies bedeutet, dass er keinerlei Provisionen von dritter Seite, insbesondere dem Produktgeber, annehmen darf. Bei Produkten wie aktiv gemanagten Fonds, bei denen es Bestandsprovisionen gibt, müssen die Vergütungen ohne Abzüge an den Kunden weitergegeben werden.

Laut der Statistik der IHK sieht die Verteilung in Deutschland aktuell so aus:

Finanzanlagenvermittler (§34f)
(arbeiten auf Provisionsbasis)
Honorar-Finanzanlagenberater (§34h)
(arbeiten ausschließlich auf Honorarbasis)

37.784

99,5%

191

0,5%

Quelle: IHK Statistik vom April 2019, www.vermittlerregister.info

Es ergibt sich demnach ein deutliches Übergewicht an Vermittlern. Wenn die hohe Anzahl der Bankberater noch mit hinzugezogen wird, fällt dieses noch viel deutlicher aus. Daraus ergibt sich natürlich die Frage:

 

Warum gibt es so wenige Honorar-Finanzanlagenberater?

Die Frage ist einfach zu beantworten: Bei dem Provisionsmodell des Finanzanlagenvermittlers kann deutlich mehr verdient werden, denn der Vermittler verdient über den Verkauf von Produkten (z.B. aktiv gemangte Fonds). Je höher dabei die Kosten des Produkts sind, desto höher auch der Ertrag für den Vermittler. Die Kunden werden auch gerne dazu animiert, den einen oder anderen Fonds mal zu verkaufen und das Geld dann in einem anderen, neuen Fonds anzulegen. Häufiges Umschichten bringt mehr Ertrag für den Vermittler. Doch das alles geht zu Lasten der Rendite des Anlegers.

Für die Kunden führt es jedoch zu einem deutlich höheren Ertrag, wenn die Produktauswahl unabhängig erfolgt, die Produkte geringe Kosten beinhalten und selten umgeschichtet werden.

Dies kann nur ein Honorar-Finanzanlagenberater für Sie leisten. Denn nur bei dem Honorarmodell existieren gleichgerichtete Interessen zwischen dem Kunden und dem Berater, also eine echte „win-win-Situation“.

 

Sie wollen mehr über die Honorarberatung erfahren?

Kein Problem. Nehmen Sie gerne Kontakt mit mir über mein Kontaktformular auf oder rufen Sie mich an. In einem für Sie völlig kostenfreien und unverbindlichen Gespräch beantworte ich Ihnen gerne Ihre Fragen. Gemeinsam können wir dann schauen, ob eine Honorar-Finanzanlagenberatung für Sie in Frage kommt.

 

Wichtiger Hinweis

Die in diesem Artikel enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung oder Anlageempfehlung dar. Alle Angaben in dem Artikel stammen aus eigenen Erfahrungen und Quellen, die ich für vertrauenswürdig halte. Eine Garantie für die Richtigkeit kann jedoch nicht übernommen werden. Wertentwicklungen in der Vergangenheit stellen keine Garantie für die künftige Wertentwicklung eines Finanzinstruments dar.

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Ich habe einen großen Teil meiner Ersparnisse auf einem Tagesgeldkonto, bekomme aber dort so gut wie keine Zinsen für mein Geld. Wann wird sich das endlich ändern?

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Über 2,5 Billionen Euro liegen derzeit unverzinst auf Tagesgeld- oder Girokonten in Deutschland. Dies ist eine enorme Summe und nur dadurch zu erklären, dass Sparer auf ein baldiges Ende der Niedrigzinsphase in Europa hoffen. Einige Volkswirte spekulierten auf Ende 2019. Doch am 18.06.2019 verkündigte die Europäische Zentralbank (EZB) nun, dass sie über weitere Zinssenkungen nachdenkt. Minuszinsen werden Realität. Wer sich zurzeit bundesdeutsche Anleihen mit einer Laufzeit bis 2029 zulegen will, bekommt dafür aktuell einen Minuszins von 0,24%. Das bedeutet, dass ich als Anleger sogar noch Geld drauflegen muss, wenn ich in die vermeintlich sicheren deutschen Staatspapiere investieren möchte.

Als Anleger müssen Sie sich nun noch mehrere Jahre darauf einstellen, dass Sie für das Ersparte keine Zinsen bekommen. Experten rechnen nun mit einem ersten Zinsschritt der EZB nach oben nicht vor dem Jahr 2022. Es kann sogar passieren, dass Ihre Bank schon bald Strafzinsen für die Spareinlage veranschlagt. Damit ist es aktuell viel riskanter, das Geld auf dem Tagesgeldkonto zu lassen, anstatt es z.B. in einem globalen Aktienfonds zu investieren. Das ist nun seit Mitte Juni noch mehr bittere Wahrheit in Deutschland. Doch die gute Nachricht ist: Wenn einem diese aktuelle Entwicklung bewusst ist, dann kann auch etwas Sinnvolles dagegen unternommen werden. Eins ist natürlich auch klar: Noch länger Abwarten und Nichtstun macht überhaupt keinen Sinn.

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Eine Einschätzung zu fondsgebundenen Versicherungen (Gastbeitrag von Thomas Krog, HonorarKonzept GmbH)

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Dass die private Vorsorge als Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung für den Bürger unverzichtbar ist, wissen wir spätestens, seitdem Norbert Blüm sein Mantra von der sicheren Rente relativiert hat. Und wirft man einen Blick in den Jahresbericht der deutschen Versicherer für das Jahr 2017, kann man feststellen, dass die Deutschen dem Aufruf offensichtlich gefolgt sind – mit 88,2 Mio. existierenden privaten Altersvorsorgeverträgen kommen auf jeden Bürger mehr als 1 Vertrag pro Kopf.

Zumindest aber die klassischen Versicherungen, deren Ertrag maßgeblich vom Zinsniveau der Kapitalmärkte abhängt, geraten immer mehr unter Druck und verlieren auch in der Gunst der Anleger. Für das Jahr 2018 wird den Sparern ein Garantiezins von 0,9 % und eine durchschnittlich laufende Verzinsung von gerade mal 2,41 % gewährt – beides jedoch nicht auf den eingezahlten Beitrag, sondern nur auf den Teil, der nach Abzug der Kosten tatsächlich investiert wird. Berücksichtigt man zudem eine Inflationsrate von jährlich 1,5 % und Steuerabzüge auf die Erträge, bleibt unterm Strich nicht viel übrig. Das Branchenmagazin „Versicherungsjournal“ spricht in seiner Ausgabe vom 21.05.19 bereits „Vom schleichenden Tod der klassischen Versicherung“. Verständlich, dass die Sparer nach Alternativen suchen.

Eine solche Alternative bilden dabei fondsgebundene Versicherungen, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Da ein gut diversifiziertes Investmentfondsportfolio langfristig sehr lukrative Renditen bringt, steht dem Anleger bei dieser Sparform eine Auswahl verschiedener Investmentfonds zur Verfügung – je Versicherer zwischen 10 und 3.500. In diesem Artikel möchte ich aufzeigen, worauf bei der Produktart fondsgebundene Versicherung zu achten ist.

Bei der Möglichkeit des Erwerbs von Fonds auch ohne Versicherung stellt sich nämlich die Frage, welchen Sinn es macht, hier zusätzlich für eine Versicherung Kosten zu tragen. Jeder Erstklässler weiß nämlich, dass 1 – 2 = – 1 ist. Soll heißen, wenn ich durch eine Versicherung 1€ Steuern sparen kann, dafür aber 2€ Gebühren bezahlen muss, kommt unter dem Strich kein positives Ergebnis heraus. Und genau hier liegt das Problem der meisten Anbieter. Sie haben einfach zu hohe Kosten.

Eine positive Ausnahme bilden hier sogenannte Nettotarife, die frei von sämtlichen Provisionen kalkuliert sind und stark reduzierte Verwaltungskosten haben. Diese wenig bekannte Form der Altersvorsorge erhält man nur bei sogenannten Honorarberatern. Diese agieren völlig frei von Provisionen und werden ausschließlich vom Kunden vergütet. Im Gegenzug können diese Tarife anbieten, bei denen die o.g. Gleichung ein positives Ergebnis bringt.

Leistungsstarke Nettotarife bieten den Anlegern neben geringen Kosten außerdem noch die gleiche Flexibilität und die gleiche Anzahl an Fonds wie ein reines Depot. Allerdings trifft das auf die meisten der am Markt angeboten Produkte nicht zu. Daher lohnt es sich, die wenig bekannten Ausnahmen durch einen Honorarberater herausarbeiten zu lassen.

Thomas Krog, HonorarKonzept GmbH, 17.05.2019

Wichtiger Hinweis

Die in diesem Artikel enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung oder Anlageempfehlung dar. Alle Angaben in dem Artikel stammen aus eigenen Erfahrungen und Quellen, die ich für vertrauenswürdig halte. Eine Garantie für die Richtigkeit kann jedoch nicht übernommen werden. Wertentwicklungen in der Vergangenheit stellen keine Garantie für die künftige Wertentwicklung eines Finanzinstruments dar.

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Das Index-Schreckgespenst geht um

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In den letzten Jahren sind Indexfonds verstärkt in den Blickpunkt von Anlegern und den Finanzmedien gerückt.

Einige von ihnen haben sogar behauptet, dass die verstärkte Verwendung von Indexfonds die Marktpreise verzerren könnte. Für viele ist dieses Argument von der Prämisse abhängig, dass eine Indexierung die Wirksamkeit der Preisfindung verringert. Wenn Indexfonds immer beliebter werden und Anleger „blind“ die in einem Index enthaltenen Titel kaufen, kann dies zu einer unzureichenden Preisfindung auf dem Markt führen. Aber sollte der Aufstieg der Indexfonds Anlass zur Sorge geben? Anhand von Daten und Schlussfolgerungen können wir diese Behauptung prüfen und Anlegern dabei helfen zu verstehen, dass die Märkte weiterhin funktionieren. Anleger können sich trotz der zunehmenden Indexierung weiterhin auf Marktpreise verlassen.

 

VIELE KÄUFER UND VERKÄUFER

Während die Beliebtheit der Indexierung im Laufe der Zeit zugenommen hat, machen Anleger in Indexfonds immer noch einen relativ kleinen Prozentsatz der gesamten Anlegergemeinschaft aus. Zum Beispiel zeigen Daten des Investment Company Institute1, dass im Dezember 2017, 35% des gesamten Nettovermögens in US-amerikanischen Investmentfonds und ETFs von Indexfonds gehalten wurde, verglichen mit 15% im Dezember 2007. Trotzdem wurde der Großteil des gesamten Fondsvermögens (65%) auch 2017 von aktiven Investmentfonds verwaltet. Der prozentuale Anteil von indexbasierten Investmentfonds und ETFs am Gesamtmarktwert ist ebenfalls relativ klein. Wie in Abbildung 1 dargestellt, machten inländische Indexfonds und -ETFs im Jahr 2017 nur 13% der gesamten Aktienmarktkapitalisierung der Vereinigten Staaten aus.

Sofern Sie ein Privatanleger im Vereinigten Königreich, in Irland, in Deutschland oder den Niederlanden sind, wurde Ihnen dieses Dokument von einem Finanzberater zur Verfügung gestellt, der Ihnen die darin enthaltenen Konzepte näher erklären kann.

Abbildung 1: Prozentualer Anteil der Anleger auf dem US-Aktienmarkt an der gesamten Aktienmarktkapitalisierung der Vereinigten Staaten (in %) – Aufgrund von Rundungen ergeben nicht alle Summen 100%. Quelle: ICI Fact Book 2018

In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass viele Anleger für den traditionellen aktiven Handel nominell passive Instrumente wie ETFs einsetzen. Während zum Beispiel sowohl ein Value-ETF als auch ein Growth-ETF als Indexanlagen klassifiziert werden können, können Anleger basierend auf kurzfristigen Erwartungen, Bedürfnissen, Umständen oder aus anderen Gründen, aktiv zwischen diesen Fonds handeln. Tatsächlich zählen diverse Index-ETFs regelmäßig zu den am aktivsten gehandelten Wertpapieren auf dem Markt.

Neben den Investmentfonds gibt es viele andere Teilnehmer an den Finanzmärkten, darunter auch einzelne Wertpapierkäufer und -verkäufer, wie aktiv verwaltete Pensionsfonds, Hedgefonds und Versicherungsunternehmen, um nur einige zu nennen. Die Wertpapierpreise spiegeln die Sichtweisen all dieser Anleger wider, nicht nur diejenigen der Investmentfonds.

Wie die Professoren Eugene Fama und Kenneth French in ihrem Blogbeitrag mit dem Titel „Q&A: What if Everybody Indexed?“ (F&A: Was wäre, wenn alle indexieren würden?) aufzeigen, hängt die Auswirkung einer Erhöhung der indexierten Vermögenswerte auch in gewissem Maße davon ab, welche Marktteilnehmer zur Indexierung wechseln:

„Wenn falsch informierte und nicht informierte aktive Anleger (die Preise weniger effizient machen) zu einer passiven Strategie wechseln, verbessert sich die Effizienz der Preise. Wenn einige informierte aktive Anleger zu einer passiven Strategie wechseln, werden die Preise tendenziell weniger effizient. Der Effekt kann jedoch gering sein, wenn zwischen den verbleibenden informierten aktiven Anlegern ein ausreichender Wettbewerb herrscht. Die Antwort hängt auch von den Kosten ab, die für das Aufdecken und Auswerten relevanter kenntlicher Informationen erforderlich sind. Wenn die Kosten niedrig sind, sind nicht viele aktive Anlagen erforderlich, um effiziente Preise zu erhalten.“ [1]

 

WIE HOCH IST DAS VOLUMEN?

Daten zum Handelsvolumen sind eine weitere Möglichkeit, um nach Beweisen für gut funktionierende Märkte zu suchen. Abbildung 2 zeigt, dass das jährliche Handelsvolumen des Aktienmarktes, trotz der gestiegenen Verbreitung von Indexfonds in den letzten 10 Jahren, auf einem ähnlichen Niveau geblieben ist. Dies deutet darauf hin, dass die Märkte weiterhin in großem Umfang für die Preisfindung sorgen.

Abbildung 2: Jährliches Handelsvolumen am weltweiten Aktienmarkt, 2007–2018. n US-Dollar. Quelle: Dimensional, unter Verwendung von Daten von Bloomberg LP. Beinhaltet globale primäre und sekundäre Börsenhandelsvolumina für Aktien. ETFs und Fonds wurden ausgeschlossen.

Neben dem Sekundärmarkthandel gibt es auch andere Wege zur Preisfindung, über die neue Informationen in die Marktpreise einfließen können. Zum Beispiel können Unternehmen selbst Auswirkungen auf die Preise haben, indem sie Aktien ausgeben und diese dann wieder zurückkaufen. Allein im Jahr 2018 gab es weltweit 1.633 Börsengänge, 3.492 Kapitalerhöhungen und 4.148 Rückkäufe.3 Die Derivatemärkte tragen auch dazu bei, neue Informationen in die Marktpreise zu integrieren, da die Preise dieser Finanzinstrumente an die Preise der zugrunde liegenden Aktien und Anleihen geknüpft sind. An einem durchschnittlichen Tag im Jahr 2018 handelten Marktteilnehmer über 1,5 Millionen Optionskontrakte und Aktienfutures im Wert von 225 Milliarden US-Dollar.[2]

 

HYPOTHESE IN DER PRAXIS

Auch wenn die historischen empirischen Beweise nahelegen, dass die wachsende Beliebtheit der Indexierung die Marktpreise nur unwahrscheinlich verzerren wird, wollen wir dennoch das Gegenargument betrachten, dass die wachsende Beliebtheit der Indexierung die Märkte verzerrt und die Preise dadurch weniger zuverlässig werden. Würde man in diesem Szenario nicht erwarten, dass aktive Manager, die versuchen, durch das gezielte Auswählen einzelner Titel Fehlbewertungen zu erfassen, mit der Zeit eine höhere Erfolgsquote erzielen?

Abbildung 3 zeigt wenige Anzeichen dafür, dass dies bisher der Fall gewesen ist. Diese Abbildung zeigt den prozentualen Anteil der aktiven Manager, die über rollierende Zeiträume von drei Jahren ihre Benchmark überlebt und übertroffen haben. Diese Daten zeigen, dass es keinen eindeutigen Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen dem prozentualen Anteil der Vermögenswerte von Aktienfonds in Indexfonds und dem prozentualen Anteil aktiver Fonds gibt, die ihre Benchmarkindizes übertreffen.

Abbildung 3: Die Wertentwicklung von aktiven Managern hat sich nicht verbessert. Prozentualer Anteil von nicht indexbasierten US-Aktienfonds, die ihre Benchmark in rollierenden Dreijahreszeiträumen übertroffen haben, 2004–2018 Die Wertentwicklung in der Vergangenheit stellt keine Garantie für zukünftige Entwicklungen dar. Die Prozentsätze der überdurchschnittlichen Wertentwicklung der US-Aktienfonds sind für die Dreijahreszeiträume bis zum 31. Dezember eines jeden Jahres angegeben (2004–2018). Jede Stichprobe enthält zu Beginn des Dreijahreszeitraums verfügbare Aktienfonds. Fonds mit überdurchschnittlicher Wertentwicklung sind jene, mit Renditen für jeden Monat des Dreijahreszeitraums, deren kumulierte Nettorendite über den Zeitraum, die des jeweiligen Morningstar-Kategorieindex zu Beginn des Zeitraums übertroffen hat. Daten zu nicht von Dimensional aufgelegten US-Investmentfonds stammen von Morningstar. Daten zu den Fonds von Dimensional wurden vom Fondsbuchhalter bereitgestellt. Weitere Einzelheiten zur Methodik finden Sie in der neuesten „Mutual Fund Landscape“-Broschüre.

Darüber hinaus sollten wir in einer Welt, in der Indexfonds die Kurse beeinflussen, davon ausgehen, dass sich dies nachweislich auf die Positionen eines Indexfonds auswirkt. Mit anderen Worten, die Renditen der Wertpapiere im gleichen Index sollten einheitlicher sein, da die Zuflüsse die Preise gleichmäßig ansteigen lassen (und die Abflüsse die Preise senken). Am Beispiel des S&P 500 Index sehen wir jedoch, dass dies nicht der Fall gewesen ist. Der S&P 500 ist ein häufig nachgebildeter Index mit über 9,9 Billionen US-Dollar, die indexiert oder als Benchmark verwendet werden, und indexierten Vermögenswerten, die etwa 3,4 Billionen US-Dollar dieser Summe ausmachen.[3] Abbildung 4 zeigt, dass die Renditen der Bestandteile in 2008, einem Jahr mit hohen Nettoabflüssen und einer Indexrendite von -37,0%, zwischen 39% und -97% lagen. Diese Abbildung zeigt auch, dass die Renditen der Bestandteile in 2017, einem Jahr mit hohen Nettozuflüssen und einer positiven Indexrendite von 21,8%, zwischen 133,7% und -50,3% lagen. Wir würden auch erwarten, dass Bestandteile mit einer ähnlichen Gewichtung in traditionellen marktkapitalisierten Indizes ähnliche Ergebnisse erzielen würden. Im Jahr 2017 erzielten Amazon und General Electric eine Rendite von 56,0% bzw. -42,9%, obwohl beide jeweils etwa 1,5% des S&P 500 Index ausmachen.

Abbildung 4: Renditespektrum der Indexbestandteile. Die obere Abbildung zeigt die Gesamtrenditen 2008 für Wertpapiere, die zum 31. Dezember 2007 im S&P 500 Index enthalten waren. Das untere Diagramm zeigt die Gesamtrenditen 2017 für Wertpapiere, die zum 31. Dezember 2016 im S&P 500 Index enthalten waren. Ausgeschlossen sind Wertpapiere, die während des Jahres dekotiert oder erworben wurden. Quelle: S&P-Daten © 2019 S&P Dow Jones Indices LLC, eine Tochtergesellschaft von S&P Global. Nur zu Illustrationszwecken. Man kann nicht direkt in einen Index investieren. Die Wertentwicklung enthält daher nicht die mit der Verwaltung eines tatsächlichen Portfolios verbundenen Kosten.

 

FAZIT

Trotz der zunehmenden Beliebtheit indexbasierter Anlageansätze stützen die Daten weiterhin den Gedanken, dass die Märkte funktionieren. Das jährliche Handelsvolumen stimmt weiterhin mit den Vorjahren überein, was darauf hindeutet, dass die Transaktionen der Marktteilnehmer weiterhin die Preisfindung antreiben. Mehrheitlich ist die Wertentwicklung der aktiven Investmentfondsmanager weiterhin unterdurchschnittlich, was darauf hindeutet, dass die steigende Beliebtheit der Indexierung es nicht einfacher gemacht hat, Prognosen zu Marktpreise abzugeben. Preise und Renditen der Einzeltitel innerhalb von Indizes bewegen sich nicht im Gleichschritt mit den Vermögensströmen in Indexfonds. Und während die Neinsager wahrscheinlich weiterhin darauf hinweisen werden, dass die Indexierung eine verdeckte Gefahr auf dem Markt ist, ist es für Anleger wichtig zu bedenken, dass Indexfonds immer noch nur einen kleinen Prozentsatz der verschiedenen Anlegertypen darstellen. Anleger können beruhigt sein, dass die Märkte noch funktionieren. Bereitwillige Käufer und Verkäufer treffen sich weiterhin und vereinbaren Preise, zu denen sie Transaktionen tätigen möchten. Es ist auch wichtig zu bedenken, dass das Indexieren zwar für viele eine große finanzielle Innovation war, aber es nur eine Lösung in einem großen Universum von verschiedenen Anlageoptionen ist.

[1] http://famafrench.dimensional.com/questions-answers/qa-what-if-everybody-indexed.aspx

[2] Daten zu Optionen, Futures und Kapitalmaßnahmen von Bloomberg LP. Das Optionskontraktvolumen ist die Summe des täglichen durchschnittlichen Put- und Call-Volumens der Optionen auf den S&P 500 Index, den Russell 2000 Index, den MSCI EAFE Index und den MSCI Emerging Markets Index. Das Volumen der Aktienfutures entspricht dem Gesamtvolumen der gehandelten Futures im Jahr 2018 geteilt durch 252, wobei das gehandelte Jahresvolumen als Summe der monatlichen Volumina multipliziert mit dem Kontraktwert für S&P 500 Mini-Futures, Russell 2000 Mini-Futures, MSCI EAFE Mini-Futures und MSCI Emerging Markets Mini-Futures am Monatsende geschätzt wird. Daten zu Börsengängen, Kapitalerhöhungen und Aktienrückkäufen basieren auf Daten von Bloomberg Corporate Actions und umfassen Länder, die für Anlagen durch Dimensional in Frage kommen.

[3] Quelle: S&P Dow Jones.

 

Glossar:

Derivat: Ein Finanzinstrument, dessen Wert auf einem zugrunde liegenden Vermögenswert oder Wertpapier basiert.

Optionskontrakt: Ein Optionskontrakt ist eine Vereinbarung zwischen zwei Parteien, die eine potenzielle Transaktion eines zugrunde liegenden Wertpapiers zu einem festgelegten Preis ermöglicht.

Futures: Ein Finanzkontrakt, der den Käufer zum Kauf oder den Verkäufer zum Verkauf eines Vermögenswerts zu einem festgelegten zukünftigen Zeitpunkt und Preis verpflichtet.

 

 

Quelle: Dimensional Fund Advisors Ltd.

Die in diesem Artikel dargestellten Ansichten und Meinungen sind die des Autors und spiegeln nicht notwendigerweise die von Dimensional Fund Advisors Ltd. (DFAL) vertretenen Ansichten und Meinungen wider. DFAL übernimmt keine Haftung für den Inhalt dieses Materials oder resultierend aus der Nutzung dieses Materials. Dieses Material dient nur als Hintergrundinformation. Es stellt keine Empfehlung und kein Angebot zur Zeichnung oder zum Kauf von hier genannten Produkten oder Dienstleistungen dar. Die zur Verfügung gestellten Informationen stellen keine ausreichende Grundlage für Anlageentscheidungen dar.

Inhalt, Form und Aussagen des Artikels dienen der Information und sind auf die jeweilige Firmenidentität, Firmendarstellung und Marke anzupassen.

DFAL gibt Informationen und Unterlagen in Englisch heraus und kann die Informationen und Unterlagen zusätzlich auch in anderen Sprachen herausgeben. Die fortlaufende Akzeptanz von Informationen und Unterlagen durch den Empfänger von DFAL konstituiert das Einverständnis des Empfängers, dass ihm die Informationen und Unterlagen, und sofern relevant in mehr als einer Sprache, zur Verfügung gestellt werden.

Eugene Fama und Ken French sind Verwaltungsratsmitglieder des General Partners (Komplementärs) von Dimensional Fund Advisors LP und erbringen für diese Beratungsleistungen.

RISIKEN

Kapitalanlagen beinhalten Risiken. Der angelegte Kapitalwert sowie die daraus erzielte Kapitalrendite unterliegen Schwankungen, sodass der Wert der Anteile eines Investors bei Rückgabe über oder unter dem Erwerbskurs liegen kann. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit stellt keine Garantie für zukünftige Entwicklungen dar. Es gibt keine Garantie dafür, dass Strategien erfolgreich sind.

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Finanziell unabhängig? Wie kann es gehen?

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Finanziell unabhängig? Wie kann es gehen?

„Die Armen und die Mittelständler arbeiten für Geld. Die Reichen lassen das Geld für sich arbeiten.“ (Robert T. Kiyosaki)

Finanzielle Unabhängigkeit bedeutet, eines Tages von seinem angesparten Vermögen leben zu können und theoretisch nicht mehr für sein Geld arbeiten zu müssen. Für viele Menschen ist es ein Traum. Die Frage ist, wie dieser Traum Wirklichkeit werden kann. Ich möchte Ihnen hierzu einige Anregungen geben, die ich selber angewandt habe und die Sie möglicherweise zu Ihrem Ziel führen könnten.

Der erste und wichtigste Schritt beginnt bei einem selbst. Es geht also um eine Bestandsaufnahme des Inneren. Stellen Sie sich die Frage, warum Sie finanziell unabhängig sein wollen? Ist es vielleicht der gegenwärtige Frust mit der Arbeit oder wollen Sie damit für sich noch andere Wünsche und Ziele erreichen? Mir hat es immer geholfen, meine Ziele zu visualisieren. Probieren Sie es doch mal aus. Einfach hinsetzen, träumen und aufmalen, wie es wäre, wenn Sie finanziell unabhängig sind. Wenn der Wunsch von innen kommt und auch stark genug ausgeprägt ist, dann ist eine wichtige Voraussetzung geschaffen, um aus dem Wunsch Realität werden zu lassen. Finanziell unabhängig wird kein Mensch auf normalem Weg von heute auf morgen. Es ist ein Prozess, der nicht immer geradlinig verläuft. Je stärker aber Ihr inneres Bedürfnis ist, das Ziel zu erreichen, umso eher halten Sie dann den eingeschlagenen Weg durch.

Überprüfen Sie Ihre Glaubenssätze zum Thema Geld. Immer wieder stelle ich fest, dass Menschen negativ über Geld denken. Sie sagen Sätze wie „Geld ist mir nicht wichtig.“ oder „Geld verdirbt den Charakter“. Oft sind es die Erziehung oder vielleicht das soziale Umfeld, die diese Glaubenssätze geprägt haben. Ein weiterer, entscheidender Schritt ist es, diese Sätze für sich positiv umzuformulieren. Sich also z.B. sagen: „Geld ist mir wichtig.“ oder „Mit Geld kann ich viel Gutes tun.“ Durch positive Glaubenssätze ändert sich Ihre Einstellung zum Thema Geld und erst dann ist die Voraussetzung geschaffen, dass Geld auch zu Ihnen kommt.

Machen Sie eine Bestandsaufnahme Ihrer aktuellen finanziellen Situation. Dazu gehört:

Sich die Rentenlücke ausrechnen lassen. Falls Ihre Berechnung ergeben sollte, dass im Alter nicht genug Geld zur Verfügung stehen wird, wird das Sparen im Prinzip zur Pflicht.

Ein Haushaltsbuch für mindestens 3 Monate führen. Es geht dabei darum für sich zu überprüfen, wohin eigentlich das hart verdiente Geld geht. Meist bekommt man danach erstmal einen Schreck, für was man eigentlich sein Geld ausgibt. Die größten und offensichtlichen „Geldfresser“ sind meist die Miete und das Auto. Doch es wird sicher danach noch an der einen oder anderen Stelle Einsparpotenzial geben. Vielleicht stellen Sie fest, dass Ihr Handyvertrag zu teuer ist oder sich mit der Zeit zu viele Abos angehäuft haben.

Einen eigenen Versicherungscheck machen. Möglicherweise haben sich im Laufe der Zeit bei Ihnen schon mehrere Versicherungsverträge unterschiedlichster Art angehäuft. Es gilt, da mal ganz nüchtern drauf zu schauen:

Benötigen Sie wirklich alle Versicherungen? Einige Policen wie beispielsweise eine Privathaftpflichtversicherung sind unentbehrlich. Doch viele andere Verträge kann man sich schlicht weg sparen und kosten nur Geld.

Falls Sie bereits Altersvorsorgeverträge haben, ist es wichtig, da mal drauf zu schauen. Bringen diese Verträge Sie an Ihr Ziel? Wie steht es mit den Kosten in diesen Verträgen?

Fangen Sie mit dem Sparen an. Nur das Geld, das Sie nicht ausgeben, sondern in Ihren „Sparstrumpf“ tun, führt Sie an Ihr Ziel. Das Geld dann auf Tages -oder Festgeldkonten zu sparen, ist wegen der schlechten Verzinsung nicht mehr zeitgemäß. Sie benötigen eine Geldanlage, die etwas mehr an Rendite verspricht. Deshalb geht es im nächsten Schritt darum, Ihre eigene Risikotragfähigkeit zu ermitteln. Dies ist ein ganz wesentlicher Teil meiner Honorarberatung. Denn dann wissen Sie, mit wie viel Risiko Sie bei Ihrer Geldanlage „gut schlafen“ können.

Mit der Zeit werden Sie sehen, wie Ihr Kapitalstock wächst und Sie immer näher an Ihr Ziel bringt. Es gilt nun, diesen Stock in Zukunft nie mehr herzugeben. Wenn Sie finanziell unabhängig sind, ist es Ihr Vermögen, das dann für Sie arbeitet und Ihnen Ihr „Gehalt“ zahlt.

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Was sind aktive Fonds? Und lohnt es sich, diese zu kaufen?

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Was sind aktive Fonds? Und lohnt es sich, diese zu kaufen? Wenn Sie zu einer Bank oder Versicherung gehen, bekommen Sie oft aktive Fonds verkauft. Beispiele von Fondsgesellschaften, die nach diesem Prinzip arbeiten, sind DEKA, DWS oder Templeton. Hier arbeitet ein Fondsmanager, der durch Kaufen und Verkaufen versucht, besser zu sein als ein Vergleichsindex, also z.B. der Deutsche Aktien Index. Dafür möchten der Fondsmanager und seine Gesellschaft natürlich entsprechend entlohnt werden und das viele Handeln verursacht zudem noch hohe Transaktionskosten.

Die Frage ist, ob es sich dennoch lohnt, auf aktive Fonds zu setzen?

Die wissenschaftliche Forschung gibt die Antwort darauf. In dem Video können Sie sehen, dass nach 5 Jahren nur 26% der aktiv gemanagten Aktienfonds (engl. „mutual funds“) es schaffen, den Markt zu schlagen. Nach 15 Jahren sind es sogar nur noch 14%.

Jetzt könnte der Anleger natürlich versuchen, genau auf diese 14% der aktiven Fonds zu setzen. Doch auch dies wäre langfristig keine gute Strategie, denn im Durchschnitt sind nur noch 26% davon später unter den Spitzenplätzen wiederzufinden.

Die Märkte werden immer effizienter. Wir müssen daher akzeptieren, dass es dauerhaft so gut wie unmöglich ist, die Märkte zu schlagen. Es sind vielleicht 3% der aktiven Fonds, die es in einem sehr langen Zeitraum schaffen. Und auch bei diesen wird die vermeintliche „Outperformance“ meist durch die Kosten wieder zunichte gemacht.

Fazit: Der Versuch, Markt Timing zu betreiben, bringt keinen Mehrwert. Vielmehr besteht eher die Gefahr, schlechter abzuschneiden als der Gesamtmarkt. Wenn ich als Anleger dies weiß, kann ich mir ein Investment in teure aktive Fonds sparen.

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Vorbild Norwegen

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Wer nach einer perfekten Geldanlage für die Altersvorsorge oder den Vermögensaufbau sucht, der sollte den Blick ruhig mal nach Norden werfen. Denn seit über 20 Jahren machen es uns die Norweger vor, wie es funktionieren könnte.

Bekanntermaßen ist der Reichtum Norwegens hauptsächlich auf das Gas- und Ölgeschäft zurückzuführen. Die Einnahmen sprudeln, doch den Skandinaviern ist sehr wohl bewusst, dass sie sehr abhängig vom Rohstoffgeschäft sind. Deshalb hat sich das Land 1998 entschlossen, die erwirtschafteten Gelder in einem Staatsfonds anzulegen.

Seit Auflage des Fonds kommt dieser auf eine durchschnittliche Wertentwicklung von über sechs Prozent. Dabei lässt er klar den DAX und auch jede deutsche Lebensversicherung in diesem Zeitraum hinter sich und das auch noch bei deutlich geringerem Risiko.

Wie schafft er das nur? Im Prinzip ist es ganz einfach. Der Fonds setzt entscheidende Kriterien um, die für eine erfolgreiche Geldanlage wichtig sind. Und diese sind im Einzelnen:

  1. Die Staatsgelder werden breit gestreut. Während der DAX lediglich 30 Unternehmen der deutschen Wirtschaft umfasst, ist der norwegische Staatsfonds in ca. 9000 Unternehmen aus 72 Ländern investiert. Ein Anleihenanteil von etwa 30% sorgt für die nötige Stabilität im „Staatsdepot“.
  2. Der Fonds ist langfristig ausgerichtet. Er dient als Versicherung für nachfolgende Generationen. Aus diesem Grund sind kurzfristige Spekulationen oder Market-Timing absolut tabu. Es wird immer nur dann gekauft, wenn sich wieder genug Geld angesammelt hat. Und dazu ist es völlig nebensächlich, wo der Aktienmarkt gerade steht.

 

Das Rad muss nicht immer neu erfunden werden, sondern der Privatanleger kann sich einiges von den Norwegern abgucken. In erster Linie bedeutet dies zu akzeptieren, dass es wenig Sinn macht, den Markt schlagen zu wollen. Dann gilt es im nächsten Schritt ein kostengünstiges Produkt auszuwählen, welches eine Vielzahl von Unternehmen umfasst. ETFs sind da vom Prinzip her gut geeignet, jedoch ist es auch hiermit nicht einfach diese breite Streuung hinzubekommen. Eine mit dem Staatsfonds vergleichbare Abdeckung der globalen Unternehmen gibt es nur mit dem SPDR MSCI ACWI ETF (ISIN: IE00B3YlTY66). Noch besser wäre es, auf Fonds von Dimensional zurückzugreifen. Hiermit wäre eine Streuung in über 12000 Unternehmen realisierbar. Diese exklusiven Produkte bekommt der Anleger lediglich über einen akkreditierten Honorarberater.

Seit Anfang 2019 hat sich für jeden Einwohner Norwegens ein Gegenwert von über 166.000 Euro in dem Staatsfonds angesammelt. In Deutschland können wir davon nur träumen, zu stark ist bei uns der Wunsch nach Garantien und geringen Schwankungen. Doch Norwegen zeigt uns, dass Rendite und Sicherheit zwei Komponenten der Geldanlage sind, die sich nicht unbedingt ausschließen müssen.

Quelle: ETF Extra Magazin, Nr. 3/2019, S. 38 – 41.

Wichtiger Hinweis

Die in diesem Artikel enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung oder Anlageempfehlung dar. Alle Angaben in dem Artikel stammen aus eigenen Erfahrungen und Quellen, die ich für vertrauenswürdig halte. Eine Garantie für die Richtigkeit kann jedoch nicht übernommen werden. Wertentwicklungen in der Vergangenheit stellen keine Garantie für die künftige Wertentwicklung eines Finanzinstruments dar.

Geld Wissen

Risiko – Ist es denn nicht viel zu riskant, Aktien zu kaufen?

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Immer wieder höre ich von Menschen, die um die Jahrtausendwende nach der Werbung mit Manfred Krug Telekom-Aktien gekauft und später mit herbem Verlust wieder verkauft haben. Diese Leute sagen sich dann „Nie wieder!“. Doch das ist schade, denn wenn den Anlegern einige wesentliche Grundregeln bekannt sind, lassen sich die Risiken eines Aktieninvestments erheblich eindämmen.

Milton Friedman, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, sagte einmal: „There is no such thing as a free lunch.“ Dies bedeutet, dass Anlagen, die einen höheren Ertrag als Festgeld erbringen, naturgemäß auch mit einem höheren Risiko einhergehen. Die Rendite ist die Belohnung dafür, höhere Risiken eingegangen zu sein.

Also doch das Geld einfach auf den Girokonten lassen? Mit Nichten, denn Finanzökonomen betrachten die vermeintlich risikoarmen Investments, also z.B. Tages -und Festgeldanlagen, kapitalbildende Lebensversicherungen oder Riester-Anlagen als die in Wirklichkeit risikoreichsten Investments. Denn nach Kosten, Steuern und Inflation werden diese „sicheren“ Anlageformen langfristig einen Kaufkraftverlust erleiden.

Was kann man also tun?

Zunächst sollte einem bewusst werden, dass die Risikowahrnehmung subjektiv und nicht objektiv erfolgt. Die Risikoausprägungen des globalen Aktienmarkts können relativ gut analysiert werden. So ist beispielsweise erwiesen, dass es bei langen Anlagezeiträumen von 15 Jahren oder mehr keine Verluste, sondern nur noch Gewinne gab. Wer sein Geld zudem in einen weltumfassenden Index wie den MSCI World investiert, kann praktisch niemals einen Totalverlust erleiden. In diesem Index sind 1600 Unternehmen vertreten. Dass nun all diese Unternehmen insolvent gehen, passiert höchstens bei einem Weltuntergang.

Wie lassen sich nun die Risiken für den Anleger minimieren?

Es gilt zu akzeptieren, dass Schwankungen an den Börsen etwas Normales sind. Wenn das Depot kurzzeitig im Minus steht, sind das unrealisierte Verluste von Aktien, sogenannte Buchverluste. Das wirkliche Anlagerisiko entsteht erst dann, wenn die Verluste realisiert werden. Erst dann sind sie unwiederbringlich.

Betrachten Sie Ihren Depotstand möglichst wenig. 1-2 mal im Jahr ist völlig ausreichend. Das Nervenkostüm des Anlegers wird somit geschützt und Fehlreaktionen werden vermieden, wenn es an den Aktienmärkten mal wieder stürmisch wird.

Diversifikation ist das Zauberwort der Geldanlage. Breit streuen bringt echte Sicherheit! Also sich nicht nur ein oder zwei Aktien ins Depot legen, sondern breit und kostengünstig weltweit in ETFs oder prognosefreie Fonds anlegen. Indem dann ein Anlagezeitraum von 15 Jahren oder mehr gewählt wird, lässt sich das Risiko weiter minimieren.

Das Restrisiko kann noch weiter gesenkt werden, indem risikoarme Anlagen wie Festgeld oder Anleihenfonds beigemischt werden. Diese risikoarmen Anlageanteile senken zwar die Rendite, verringern aber deutlich die Schwankungen im Depot.

Die eigene Risikotragfähigkeit ist etwas sehr Individuelles. Ziel muss es sein, dass jede Anlegerin und jeder Anleger auch in den hektischsten Börsenphasen ruhig schlafen kann. Aus diesem Grund gehört einfach die Ermittlung der persönlichen Risikotragfähigkeit nach finanzwissenschaftlichen Kriterien zu einer gut durchdachten Strategie einfach dazu. In der Honorarberatung wird daher darauf auch besonders Wert gelegt.

Ein „Gratismittagsessen“ gibt es an den Märkten leider nicht. Doch der Anleger kann eine Menge dafür tun, dass es möglichst preiswert ausfällt. Alle Experten sind sich einig: Das größte Risiko ist es, gar nichts mit seinem Geld bzw. für die Altersvorsorge zu tun. Auch wenn man extrem risikoscheu ist: Manchmal ist es gut, einfach zu loszuspringen.

Geldanlage

„Home Bias” und globale Diversifikation

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Wenn Sie beim Anlegen einen global diversifizierten Ansatz verfolgen, müssen Sie nicht versuchen, Gewinner herauspicken, um eine erfolgreiche Investmenterfahrung zu erleben.

Tag für Tag profitieren wir von den Vorteilen einer miteinander vernetzten Welt. Wir beginnen unseren Tag mit einer Tasse Kaffee, der aus Südamerika stammt. Wir checken unsere E-Mails auf einem Smartphone, das in Kalifornien entwickelt und in Taiwan produziert wurde. Dann schlüpfen wir in unsere Kleidung, die aus ägyptischer Baumwolle gewebt wurde. Schließlich steigen wir in unser Auto aus deutscher Fertigung oder in einen in Frankreich gefertigten Zug und fahren damit zur Arbeit.

Als Verbraucher denken wir selten zweimal über die Fülle an Waren nach, die die globalen Märkte zu bieten haben. Als Anleger konzentrieren wir unsere Portfolios allerdings häufig auf unseren Heimmarkt – zu Lasten der globalen Diversifikation. Beispielsweise legen viele Anleger weltweit etwa 40% ihres Kapitals in inländischen Aktien an, obwohl ihre Aktienmärkte weniger als 10% des gesamten globalen Markts insgesamt ausmachen. [1] Dieses Phänomen lässt sich in verschiedenen Ländern rund um den Globus beobachten und ist in der Anlegergemeinschaft als „Home Bias“ bekannt.

Da sich bei Anlagen im Ausland gewisse Unannehmlichkeiten ergeben können, kann für Anleger eine Ausrichtung auf den Heimatmarkt in manchen Fällen sinnvoll sein. Im Allgemeinen können jedoch die Risiken steigen und die Anlagechancen sinken, wenn man die Vorteile der globalen Diversifikation außer Acht lässt.

Wie Abbildung 1 verdeutlicht, wiesen 13 (von 21) entwickelte Märkte während der 20 Jahre bis Dezember 2016 in einem Kalenderjahr den am besten abschneidenden Aktienmarkt auf, jedoch schaffte dies kein Land in mehr als zwei aufeinanderfolgenden Jahren.

Aktienrenditen der entwickelten Märkte Jährliche Rendite (%)
Abbildung 1: Aktienrenditen der entwickelten Märkte Jährliche Rendite (%)

Dieser Trend ließ sich auch bei den Schwellenmärkten beobachten. Wie Abbildung 2 darlegt, wiesen 13 (von 20) Schwellenmärkte jeweils in einem Jahr den Markt mit der besten Wertentwicklung auf, jedoch schaffte dies kein Land in mehreren aufeinanderfolgenden Jahren.

Abbildung 2: Aktienrenditen der Schwellenmärkte Jährliche Rendite (%)
Abbildung 2: Aktienrenditen der Schwellenmärkte Jährliche Rendite (%)

Diese Daten veranschaulichen, dass es schwer ist, vorherzusagen, welche Märkte sich im jeweiligen Jahr überdurchschnittlich entwickeln. Wenn Anleger ihr Portfolio global diversifizieren, sind sie jedoch gut positioniert, Renditen zu erfassen, wo auch immer diese sich ergeben.

Der Versuch, in einem bestimmten Zeitraum nur die Gewinner unter den Märkten auszuwählen, ist eindeutig ein schwieriges Unterfangen. Wenn Sie beim Anlegen jedoch einen global diversifizierten Ansatz verfolgen, müssen Sie nicht versuchen, die Gewinner herauszupicken, um eine erfolgreiche Investmenterfahrung zu erleben.

Wenn Anleger auch die Anlagechancen außerhalb des inländischen Aktienmarkts nutzen, können sie so dazu beitragen, die Zuverlässigkeit der Ergebnisse zu steigern. Dadurch können Anleger zuversichtlich sein, dass ein global diversifiziertes Portfolio in jedem Jahr die Länder mit der besten (und schlechtesten) Wertentwicklung enthält.

 

[1] Willis Towers Watson, Global Pension Assets Study 2017.

 

Quelle: Dimensional Fund Advisors LP.

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RISIKEN

Kapitalanlagen beinhalten Risiken. Der angelegte Kapitalwert sowie die daraus erzielte Kapitalrendite unterliegen Schwankungen, sodass der Wert der Anteile eines Investors bei Rückgabe über oder unter dem Erwerbskurs liegen kann. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit stellt keine Garantie für zukünftige Entwicklungen dar. Es gibt keine Garantie dafür, dass Strategien erfolgreich sind. Diversifikation sichert weder einen Gewinn noch bietet sie einen garantierten Schutz gegen Verluste in einem rückläufigen Markt.