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Pflege als Anlageklasse nutzen

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Pflege als Anlageklasse nutzen. Bei einer soliden Vermögensaufbaustrategie und Ruhestandsplanung geht es auch darum, das Vermögen gegen beträchtliche Risiken abzusichern. Ein nicht zu unterschätzendes Risiko ist es, ein Pflegefall zu werden. Wenn ein Mensch zum Pflegefall wird, beträgt laut Barmer GEK Pflegereport von 2015 die durchschnittliche Pflegedauer 6 bis 8 Jahre. Die monatlichen Kosten, die für die Pflege entstehen, steigen im Durchschnitt immer weiter an. Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt dabei nur einen Teil der Kosten ab. Das Bundesministerium für Gesundheit (2017) ermittelte einen durchschnittlichen monatlichen Eigenanteil von 1691 € bei stationärer Pflege. Bei einer 24-Stunden ambulanten Pflege können die Kosten leicht noch um einiges darüber liegen.

Für diese Kosten muss der Pflegebedürftige selbst aufkommen. Die Rechtslage ist so, dass zunächst das Einkommen, also i.d.R. die Rente oder Pension, für die Kosten aufkommen muss. Falls dies nicht ausreicht wird das Vermögen inklusive eigener Immobilie herangezogen. Ehegatten und Kinder können ebenfalls in die Pflicht genommen werden.

Bei einer etwa 8 Jahre andauernden Pflege kann im schlechtesten Fall durchaus mit einem Vermögensschaden von über 200.000 € gerechnet werden.

Aus meiner Beratungserfahrung weiß ich, dass das Pflegerisiko oft unterschätzt und auf die lange Bank geschoben wird. Geld für diese Risikoabsicherung wird nur ungerne ausgegeben.

Mittlerweile gibt es in meiner Honorarberatung die Möglichkeit, das Thema Pflege auch in die eigene Anlagestrategie sinnvoll und kostengünstig einzubeziehen.

Ein kleiner Teil des Vermögens wird dabei in ein Pflegekonto bei einem Versicherer ausgelagert. Damit ist auf der einen Seite ein sofortiger Schutz hergestellt und auf der anderen Seite wird das eingezahlte Kapital abzüglich des Risikoschutzes konservativ angelegt. Dies ist eine hoch attraktive Möglichkeit, um das Thema Pflege in einer sinnvollen Anlagestrategie zu integrieren. Es werden sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Sollte der Pflegefall eintreten, wird eine Pflegerente gezahlt. Kommt es jedoch nicht dazu, wird das eingezahlte Geld mit einer attraktiven Verzinsung an den Versicherten oder im Todesfall an die Erben ausgezahlt.

Es lohnt sich also auch mal über Pflege in der gemeinsamen Beratung zu sprechen.

 

Wichtiger Hinweis

Die in diesem Artikel enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung oder Anlageempfehlung dar. Alle Angaben in dem Artikel stammen aus eigenen Erfahrungen und Quellen, die ich für vertrauenswürdig halte. Eine Garantie für die Richtigkeit kann jedoch nicht übernommen werden. Wertentwicklungen in der Vergangenheit stellen keine Garantie für die künftige Wertentwicklung eines Finanzinstruments dar.

Geldanlage

Einzelaktien?! – Besser nicht!

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Einzelaktien?! – Besser nicht! Die meisten Fondsmanager scheitern an dem Versuch, Fehlbewertungen in Marktpreisen zu finden. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Dimensional Studie. Für Anleger sind das gute Nachrichten.

Wenn die Märkte ihre Aufgabe erfüllen und Wertpapiere richtig einpreisen, sollte man erwarten, dass sich Manager bei der Suche nach „Bewertungsfehlern“ schwertun. Mutual Fund Landscape 2019, eine Studie von Dimensional, bestätigt diesen Grundsatz und zeigt, dass die meisten Fondsmanager hinter ihrer Benchmark zurückbleiben.[1] Dieses Ergebnis legt den Schluss nahe, dass sich Anleger auf Marktpreise verlassen sollten.

 

Marktpreise auf dem Prüfstand

Jeden Tag werden an den globalen Finanzmärkten viele Millionen Transaktionen im Wert von mehreren Hundert Milliarden Dollar abgewickelt. Diese Transaktionen bilden die Einschätzung von Käufern und Verkäufern ab, die ihr Kapital investieren. Der Markt als leistungsfähiger Mechanismus zur Datenverarbeitung nutzt Transaktionen als Eingangsvariable und fasst Einzelinformationen aus unzähligen Quellen zu Preisen zusammen, die sich durch diesen Prozess ihrem fairen Wert nähern. Mit der Suche nach Fehlbewertungen wetten Anleger gegen die kollektive Intelligenz aller Marktteilnehmer.

Sollten Anleger sich also auf Marktpreise verlassen oder nach fehlbewerteten Wertpapieren suchen?

Wie gut der Preisfindungsmechanismus der Märkte funktioniert, lässt sich auch an den Ergebnissen der Fondsindustrie ablesen. Sobald die Märkte Informationen nicht effektiv einpreisen, eröffnen sich Möglichkeiten für professionelle Fondsmanager, die diese Bewertungsfehler finden und in höhere Renditen umwandeln können. In diesem Szenario könnte man erwarten, dass sich viele Investmentfonds im Vergleich zu ihrer Benchmark überdurchschnittlich entwickeln. Die Daten zeichnen jedoch ein anderes Bild.

Wir haben mehrere Tausend Fonds mit unterschiedlichsten Philosophien, Zielen und Anlagestilen untersucht. Das Ergebnis: Die Mehrheit der Fonds bleibt nach Abzug der Kosten hinter ihrer Benchmark zurück. Dieser Befund legt den Schluss nahe, dass sich Anleger auf Marktpreise verlassen können.

 

Fondsliquidierungen und Überrenditen

Aufgrund des großen Fondsangebots fällt nicht immer auf, dass jedes Jahr viele Fonds aufgelöst werden, oft wegen schlechter Renditen.

Manche Anleger wären überrascht zu erfahren, wie viele Fonds im Laufe der Zeit verschwinden. 20 Jahre nach ihrer Auflegung sind mehr als die Hälfte der Aktien- und
Anleihenfonds nicht mehr verfügbar.

Bei Bewertungen der Wertentwicklung von Investmentfonds sollten Anleger auch liquidierte Fonds berücksichtigen, denn so entsteht ein detaillierteres Bild des Fondsuniversums und möglicher Anlageergebnisse schon zum Zeitpunkt der Auswahl eines Fonds. Wie die Daten belegen, gehörte nur ein geringer Prozentsatz der Fonds aus der ursprünglichen Stichprobe zu den „Gewinnern“, die überlebten und ihre Benchmark übertroffen haben.

Abbildung 1:

Nur wenige US-amerikanische Investmentfonds haben überlebt und ihre Benchmark übertroffen

Bewertungszeitraum bis 31. Dezember 2018Magere Ergebnisse: In den 20 Jahren bis 2018 haben lediglich 23% der Aktienfonds und 8% der Anleihenfonds überlebt und ihre Benchmark übertroffen.

 

Die Suche nach beständiger Leistung

Bei der Fondsauswahl orientieren sich einige Anleger an der Wertentwicklung vergangener Jahre. Erfolg ist in manchen Fällen jedoch Zufall, sodass sich eine kurzzeitige überdurchschnittliche Wertentwicklung nicht wiederholt.

Wie in der Abbildung 2 zu sehen ist, konnten nur wenige der Fonds, die in den ersten fünf Jahren zu den besten 25% gehörten, diese Position auch in den kommenden fünf Jahren behaupten. Diese Unbeständigkeit nährt die Zweifel an der Fähigkeit von Fondsmanagern, sich am Markt einen beständigen Informationsvorteil sichern zu können.

Abbildung 2:

Die bisherige Wertentwicklung eines Fonds ist als Indikator für zukünftige Renditen ungenügend.

Prozentsatz der US-Fonds, die ihre Spitzenposition (Top 25%) in zwei aufeinanderfolgenden 5-Jahres-Zeiträumen behaupten konnten

Die meisten Fonds, die in den ersten fünf Jahren zu den besten 25% gehörten, konnten diese Position in den darauffolgenden fünf Jahren nicht behaupten. Im Durchschnitt konnten nur 21% der Aktienfonds und 28% der Anleihenfonds ihre Position im obersten Quartil in beiden Untersuchungszeiträumen halten.

Einige Manager mögen besser sein als andere, Kompetenz lässt sich jedoch nicht allein durch einen guten Leistungsausweis nachweisen. Die Renditen von Aktien und Anleihen enthalten sehr viel Marktrauschen, beeindruckende Erfolge können sich daher allein durch Glück einstellen. Die Annahme, die gute Wertentwicklung der Vergangenheit werde sich fortsetzen, erweist sich zur Enttäuschung vieler Anleger häufig als falsch.

 

Fazit

Die Wertentwicklung von US-amerikanischen Investmentfonds verdeutlicht die Macht der Marktpreise. Unabhängig vom Untersuchungszeitraum zeigt unsere Analyse, dass:

  •  Fonds mit überdurchschnittlichen Renditen in der Minderheit waren.
  •  Gute Wertentwicklung unbeständig ist.

Das Ergebnis der Studie legt den Schluss nahe, dass sich Anleger auf Marktpreise verlassen sollten. Wer auf die Fähigkeit eines Fondsmanagers hoffte, Fehlbewertungen in den Marktpreisen zu erkennen, musste bei der großen Mehrheit der Fonds unterdurchschnittliche Wertentwicklungen hinnehmen.

Wir sehen diesen Befund als Bestätigung einer wichtigen Regel in der Vermögensanlage: Die Kapitalmärkte erfüllen ihre Aufgabe der Preisfindung sehr gut – und erschweren Fondsmanagern dadurch ihre Aufgabe, ihre Benchmark und andere Marktteilnehmer zu übertreffen.

Trotz der Fakten suchen jedoch viele Anleger noch immer nach „Gewinnerfonds“ und beurteilen das Potenzial eines Managers vor allem anhand früherer Ergebnisse.

Die Wahl eines langfristigen Gewinners erfordert mehr als die Suche nach Fonds mit einer guten Leistungsbilanz, denn die vergangene Wertentwicklung ist kein guter Indikator für eine erfolgreiche Investmenterfahrung. Außerdem müssen sich Anleger bei der Bewertung eines Managers nicht allein an dessen Leistungsausweis orientieren.

Auch andere Fondseigenschaften sind für eine gute Investmenterfahrung wichtig und können Anlegern bei der Umsetzung ihrer Ziele helfen, etwa die Investmentphilosophie oder ein robuster Portfolioaufbau.

 

Quelle:

Dimensional Fund Advisors Ltd.

 

FUßNOTEN

[1] Benchmark bezieht sich auf die primär genutzte Benchmark, um die Wertentwicklung jedes Fonds in der Stichprobe, wo immer möglich, zu bewerten. Siehe Daten Appendix für weitere Informationen.

 

DATEN APPENDIX

Daten der US-amerikanischen Investmentfonds stammen von Morningstar.
Indexfonds und Dachfonds sind von der Stichprobe ausgeschlossen. Das Aktien Beispiel beinhaltet die historischen Morningstar-Kategorien: Diversified Emerging Markets, Europe Stock, Foreign Large Blend, Foreign Large Growth, Foreign Large Value, Foreign Small/Mid Blend, Foreign Small/Mid Growth, Foreign Small/Mid Value, Japan Stock, Large Blend, Large Growth, Large Value, Mid-Cap Blend, Mid-Cap Growth, Mid Cap Value, Miscellaneous Region, Pacific/ Asia ex-Japan Stock, Small Blend, Small Growth, Small Value, und World Stock.

Anleihen Beispiel beinhaltet die historischen Morningstar-Kategorien: Corporate Bond, High Yield Bond, Inflation-Protected Bond, Intermediate Government, Intermediate-Term Bond, Muni California Intermediate, Muni California Long, Muni Massachusetts, Muni Minnesota, Muni National Intermediate, Muni National Long, Muni National Short, Muni New Jersey, Muni New York Intermediate, Muni New York Long, Muni Ohio, Muni Pennsylvania, Muni Single State Intermediate, Muni Single State Long, Muni Single State Short, Short Government, Short-Term Bond, Ultrashort Bond, und World Bond.

Weitere Informationen zu den historischen Kategorien von Morningstar können von Dimensional auf Anfrage bereitgestellt werden.

Indexfonds und Dachfonds sind von der Stichprobe ausgeschlossen. Das Nettovermögen bei Fonds mit mehreren Anteilsklassen oder Feederfonds ist die Summe des gesamten Nettovermögens der einzelnen Anteilsklassen. Die Rendite, die Kostenquote und der Umsatz für Fonds mit mehreren Anteilsklassen wer-den als gewichteter Durchschnitt der einzelnen Beobachtungen der Anteilsklassen ver-wendet. Fondsanteilklassen werden auf Stra-tegieebene mit Hilfe von Morningstar FundID aggregiert.

Jeder Fonds wird zu Beginn des Bewertungszeitraums in Bezug auf den Morningstar-Index bewertet, die der Kategorie des Fonds zugewiesen wurde. Angenommen der Fonds ändert sich innerhalb des Bewertungszeitraums von Large Value zu Large Growth, so wird die Rendite dennoch am Index der Large Value Kategorie gemessen. Überlebende sind jene Fonds, die jeden Monat im Beispielzeitraum Renditen erzielten. Gewinner-Fonds sind diejenigen, die überlebten und ihren Referenzindex im relevanten Zeitraum übertrafen.

Indexdaten zur Verfügung gestellt von Bloomberg Barclays, MSCI, Russell, FTSE Fixed Income LLC, und S&P Dow Jones Indices LLC. Bloomberg Barclays Daten zur Verfügung gestellt von Bloomberg. MSCI Daten © MSCI 2019, alle Rechte vorbehalten. Frank Russell Company ist die Quelle und der Eigentümer der Marken- und Dienstleistungszeichen sowie Urheberrechte in Zusammenhang mit den Russell Indizes. FTSE Anleihenindizes © 2019 FTSE Fixed Income LLC. Alle Rechte vorbehalten. S&P Daten © 2019 S&P Dow Jones Indices LLC, eine Tochtergesellschaft von S&P Global. Alle Rechte vorbehalten.

Dieses Material dient nur zu Informationszwecken. Er stellt kein Angebot, Ausschreibung, Empfehlung oder Billigung einzelner Wertpapiere, Produkte oder Dienstleistungen dar. Es liegt in der Verantwortung jener Personen, die einen Kauf tätigen wollen, sich selbst zu informieren und alle anwendbaren Gesetze und Vorschriften zu beachten. Jede Gesellschaft, die für das Weiterleiten dieses Materials an andere Personen verantwortlich ist, trägt die Verantwortung für die Einhaltung sämtlicher Gesetze und Regelungen über Werbung für Finanzprodukte. Die zur Verfügung gestellten Informationen stellen keine ausreichende Grundlage für Anlageentscheidungen dar. Informationen und Meinungen in diesem Material stammen aus Quellen, die DFAL für verlässlich hält. Dennoch übernimmt DFAL keine Gewähr für deren Richtigkeit oder Vollständigkeit. Das herausgebende Unternehmen hat berechtigten Grund zu der Annahme, dass alle tatsächlichen Informationen in diesem Dokument zum Zeitpunkt der Erstellung des Dokuments korrekt sind. Das herausgebende Unternehmen übernimmt keine Haftung für Verluste, die sich aus der Verwendung der Informationen in diesem Dokument ergeben.

 

RISIKEN

Kapitalanlagen beinhalten Risiken. Der angelegte Kapitalwert sowie die daraus erzielte Kapitalrendite unterliegen Schwankungen, sodass der Wert der Anteile eines Investors bei Rückgabe über oder unter dem Erwerbskurs liegen kann. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit stellt keine Garantie für zukünftige Entwicklungen dar. Es gibt keine Garantie dafür, dass Strategien erfolgreich sind.

Marktbericht

Marktbericht 2019 – Ein gutes Jahr geht zu Ende

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Marktbericht 2019 – Ein gutes Jahr geht zu Ende

Hand aufs Herz: Wer hätte Anfang 2019 damit gerechnet, dass wir solch ein gutes Jahr an den Finanzmärkten sehen? In diesem Podcast lasse ich das Jahr 2019 noch mal Revue passieren und wage einen vorsichtigen Ausblick, auf das was wir im Jahr 2020 an den Börsen erwarten können.

Jetzt anhören! (3:31)

 

Lassen Sie uns über Geld reden!

Macht es für mich Sinn, Vorsorge für den Pflegefall zu treffen?

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Macht es für mich Sinn, Vorsorge für den Pflegefall zu treffen? Bei meinen Beratungen mit Kunden der Altersgruppe 50 plus ist dies eine Fragestellung, die ich öfters zu hören bekomme. In der Tat sollte das Pflegerisiko im Alter nicht unterschätzt werden. Die Menschen werden auf der einen Seite erfreulicherweise immer älter. Mit der ansteigenden Lebenserwartung nimmt jedoch parallel dazu das Risiko zu, später einmal ein Pflegefall zu werden. Laut Statistischem Bundesamt werden etwa 30% der Männer, die das 85. Lebensjahr erreicht haben, zum Pflegefall. Bei Frauen sind es mehr als 40%. Seit 1995 gibt es die Pflegepflichtversicherung für gesetzlich und privat Krankenversicherte. Dies ist jedoch nicht mehr als ein Kernsicherungssystem, denn die Pflichtversicherung deckt bei weitem nicht alle Kosten der Pflege. Den Rest muss dann der Pflegebedürftige selbst oder die Familie zahlen. Im Bundesdurchschnitt muss mit eigenen Zuzahlungen von 1500 € pro Monat gerechnet werden. Wer in einem gehobenen Pflegeheim untergebracht werden möchte, kann durchaus mit 3000 € oder mehr im Monat rechnen.

Wie kann nun für dieses nicht zu unterschätzende Risiko gut finanziell vorgesorgt werden? Insbesondere Menschen, die jünger als 55 Jahre sind, könnten überprüfen, ob für sie eine private Pflegezusatzversicherung in Frage kommt. Danach fallen die Beiträge oft recht hoch aus. Es handelt sich dabei um eine Risikoversicherung, d.h. es muss sichergestellt werden, dass die Beiträge auch nachhaltig gezahlt werden können. Wenn die Versicherung vorzeitig gekündigt werden muss, ist das bisher eingezahlte Geld weg.

In einer Ruhestandsplanung sollte daher im Einzelfall überprüft werden, ob eine Pflegezusatzversicherung überhaupt Sinn macht. Die Renten- oder Pensionsbezüge könnten im Alter durchaus ausreichen, um die finanzielle Lücke zwischen Pflegeheim und gesetzlicher Pflegeversicherung zu schließen. Wer ein entsprechend großes Vermögen hat, kann sich die Beiträge ebenfalls sparen.

Man muss sich klar machen, dass die Pflegeversicherung nichts anderes als ein Rentensparplan ist. Über einen bestimmten Zeitraum wird in einen Topf eingespart, aus dem später, wenn der Pflegefall eintritt, die Beiträge für das Pflegeheim entnommen werden. Ich rate daher oft Kunden, die effektiv für den möglichen Pflegefall vorsorgen wollen, einen Sparplan für ein extra „Pflegedepot“ zu eröffnen. Dies hat zum einen den Vorteil, dass mit geringen Beiträgen und geringen Kosten ein gutes und effektives Polster für den Pflegefall angespart werden kann. Falls der Pflegefall nicht eintreten sollte, hätte dies dann den weiteren Vorteil, dass das Geld nicht weg wäre. Das angesparte und im Depot gut verzinste Kapital könnte stattdessen für andere Dinge ausgegeben oder an die nächste Generation vererbt werden.

 

Quellen:

Fries, Tom/Michael Huber: Finanzcoach für den den Ruhestand. FinanzBuch Verlag. München, 2015.

Pohlmann, Isabell: Finanzplaner 60+. Stiftung Warentest. Berlin, 2018.

 

Wichtiger Hinweis:

Die in diesem Artikel enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung oder Anlageempfehlung dar. Alle Angaben in dem Artikel stammen aus eigenen Erfahrungen und Quellen, die ich für vertrauenswürdig halte. Eine Garantie für die Richtigkeit kann jedoch nicht übernommen werden. Wertentwicklungen in der Vergangenheit stellen keine Garantie für die künftige Wertentwicklung eines Finanzinstruments dar.

Geldanlage

ETF-Depot im Versicherungsmantel (Netto-Police): Ein fast unschlagbares Duo für Ihr Investment oder Ihre Vorsorge

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ETF-Depot im Versicherungsmantel (Netto-Police): Ein fast unschlagbares Duo für Ihr Investment oder Ihre Vorsorge

Ein wichtiger Erfolgsfaktor für den langfristigen Anlageerfolg ist es, die Kosten des Investments zu senken. Denn diese wirken sich langfristig ganz erheblich auf die Rendite aus. Aus diesem Grund werden in der Honorarberatung ausschließlich Anlagelösungen, die kostengünstige ETFs oder Dimensional Fonds beinhalten, empfohlen. Eine weitere Optimierungsmöglichkeit – insbesondere aus steuerlicher Hinsicht – besteht darin, das Depot im Mantel einer sogenannten Netto-Police zu führen.

In meiner Beratungspraxis stelle ich immer wieder fest, dass diese Art der Vorsorge den meisten Kunden unbekannt ist. Dies ist auch nicht verwunderlich, denn die Mehrzahl der fondsgebundenen Policen, die verkauft werden, sind sogenannte Brutto-Verträge. Diese sind nur wenig transparent und beinhalten zudem hohe Kosten, die sich langfristig negativ auf den Anlageerfolg auswirken können. Bei diesen traditionellen Verträgen gehen von den Spar -oder Anlagebeträgen der Kunden Kosten an den Vermittler und die Verwaltung ab. Nettotarife sind dagegen völlig frei von Provisionen an den Vermittler und die Verwaltungsgebühren sind deutlich geringer als bei den klassischen Tarifen.

Ein guter Honorar- oder Versicherungsberater kann Ihnen durchaus raten, Ihren Geldbetrag oder Ihren Sparplan in solch einem Depot mit einem Netto-Versicherungsmantel anzulegen. Denn dies kann ganz entscheidende Vorteile für Sie haben:

Bei einer reinen Depotanlage haben Sie zunächst einen steuerlichen Freibetrag von 801 € (bzw. 1602 € bei Verheirateten). Danach fällt Abgeltungssteuer von z.Zt. 25% zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer auf Erträge in Ihrem Depot an.

Sind bestimmte Voraussetzungen erfüllt, können in einem Depot mit Versicherungsmantel steuerliche Vorteile genutzt werden. Diese sind u.a.:

  1. Die Erträge im Depot werden lediglich zur Hälfte besteuert.
  2. Während der gesamten Laufzeit bleiben die Erträge zunächst komplett steuerfrei. Die Besteuerung findet erst zum Ende der Laufzeit statt. Gerade dieser Steuervorteil wird gerne unterschätzt. Wenn sämtliche Erträge zunächst im Versicherungsdepot bleiben, kann dies aufgrund des Zinseszinseffekts langfristig zu enormen Wertsteigerungen des Depots führen.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Vorteile eines Depots im Versicherungsmantel. In der Honorarberatung wird daher immer auch genau geprüft, ob eine Anlage in einem klassischen Depot und/oder in einem Versicherungsdepot für Sie am optimalsten ist. In einer kostenlosen Erstberatung können Sie sich auch gerne bei mir detailliert über die Vorteile und Einsatzmöglichkeiten der Netto-Policen informieren.

Quelle:

Walz, Hartmut: Einfach genial entscheiden in Geld -und Finanzfragen. Haufe Verlag, München 2016.

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Die in diesem Artikel enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung oder Anlageempfehlung dar. Alle Angaben in dem Artikel stammen aus eigenen Erfahrungen und Quellen, die ich für vertrauenswürdig halte. Eine Garantie für die Richtigkeit kann jedoch nicht übernommen werden. Wertentwicklungen in der Vergangenheit stellen keine Garantie für die künftige Wertentwicklung eines Finanzinstruments dar.

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Entspannt und gut abgesichert in den Ruhestand – Wie geht das?

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Entspannt und gut abgesichert in den Ruhestand – Wie geht das?

In Deutschland werden aktuell 2,5 Billionen Euro so gut wie unverzinst als Barvermögen gehalten. In keinem anderen Industrieland der Welt wird so wenig in rentableren Anlageformen wie Aktien oder Immobilien investiert. Woran liegt das? Die Gründe sind vielfältiger Natur. Im angelsächsischen Sprachgebrauch gibt es den Begriff der „German Angst“. Damit ist gemeint, dass wir Deutschen als nicht sehr risikoaffin gesehen werden. Es herrscht allgemein nicht allzu viel Vertrauen in die Finanzbranche. Deutschland ist durch die negativen Folgen der Währungsreformen geprägt und die Finanzkrise rund um das Jahr 2008 ist vielen noch in nicht allzu guter Erinnerung.

In Geldfragen wird in Deutschland zudem sehr traditionsbewusst, aber leider oft nicht mehr zeitgemäß gehandelt: „Meine Eltern hatten ihr Geld in Bausparverträgen und Lebensversicherungen angelegt, also muss das auch gut für mich sein.“ Breite Bevölkerungskreise haben zudem nie eine konzeptionelle Finanzberatung erfahren. Die meisten Menschen kennen nur eine Beratung, die sich an einer Produktvermittlung orientiert. Ein ganzheitlicher Beratungsansatz, den nur eine Honorarberatung leisten kann, ist hierzulande noch weitgehend unbekannt.

In den nächsten Jahren wird die geburtenstarke Generation der Baby Boomer in Rente gehen. Vermögen werden vererbt, Auszahlungen von Lebensversicherungen finden statt. Dieses Geld wird dann erstmal gerne auf Giro- oder Festgeldkonten geparkt. Es herrscht ein hohes Sicherheitsbedürfnis vor, denn viele Themen der Ruhestandsplanung erscheinen ungelöst. Da wird oft „aus Sicherheit“ lieber erstmal gar nichts gemacht.

Sicherlich ist das Leben immer wieder von Überraschungen geprägt. Doch viele Themen können im Vorfeld besprochen und gelöst werden. Es geht hier zum einen um die Absicherung der bekannten Risiken wie z.B. bei Unfällen, Tod oder Haftpflichtschäden. Zum anderen geht es aber auch um andere, neu aufkommende Themenbereiche wie

  • Erben und Schenken: Wie stelle ich sicher, dass mein Vermögen nach dem Tod wirklich so vererbt wird, wie ich es mir wünsche und vorstelle?
  • Vorsorgevollmacht: Habe ich einen Bevollmächtigten eingesetzt, wenn ich durch eine Krankheit oder einen Unfall vorübergehend oder auf Dauer nicht geschäftsfähig sein sollte?
  • Patientenverfügung: Habe ich für mich geregelt, wie das medizinische Personal im Notfall handeln soll?
  • Steuerrechtliche Fragen: Habe ich mein Vermögen so aufgestellt, dass ich und die nachfolgende Generation nicht unnötig mit zu hohen Steuern belastet werden?

In der ganzheitlichen Ruhestandsberatung werden hier schon meist zielführende Hinweise gegeben. Im Einzelfall kann dann gezielt ein Rechtsanwalt, Notar oder Steuerberater hinzugezogen werden.

Ziel muss es sein, gerade im Ruhestand ruhig schlafen und das Leben frei nach den eigenen Wünschen gestalten zu können. Dafür ist es wichtig, das Vermögen von den oben genannten „Störfaktoren“ zu befreien und dann auch sinnvoll anzulegen.

Die Wahrscheinlichkeit, ein eigenes langes Leben zu haben, wird oft unterschätzt. Langlebigkeit in Verbindung mit der ansteigenden Inflation stellt jedoch ein nicht zu unterschätzendes Risiko für einen angenehmen Ruhestand dar. Daher muss sichergestellt werden, dass das Vermögen auch für ein langes und schönes Leben reicht.

Geldanlage

Fünf wichtige Faktoren für den Erfolg an der Börse

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Börsianer sprechen von einer Rallye, wenn die Kurse steigen. In solch einer Rallye befinden wir uns aktuell wieder. Der Deutsche Aktienindex hat ein neues Jahreshoch markiert und die US-Börsen stehen sogar auf neuen Allzeithochs. Es kommt zu dramatischen Vermögenszuwächsen, aber natürlich nur bei denjenigen, die investiert sind und nicht auf kurzfristige Gewinne aus sind.

Wer noch nie an der Börse Geld angelegt hat, der benötigt mit Sicherheit Mut, damit zu beginnen. Die Ängste sind zunächst groß. Doch es gibt einige Erfolgsfaktoren, mit denen sich die Risiken eines Investments an der Börse ganz leicht beherrschen lassen.

 

Erfolgsfaktor Nr.1: Wo will ich hin?

Wie im normalen Leben macht es keinen Sinn, einfach loszurennen und irgendeine Aktie zu kaufen. Das ist auf lange Sicht nicht erfolgsversprechend und führt auch zu keinen nennenswerten Vermögenszuwächsen. Am Anfang jedes Investments muss daher zunächst geklärt werden, welche Ziele dahinterstehen. Soll eine Rücklage für den eigenen „Notgroschen“ aufgebaut werden? Wird für den Kauf einer Immobilie gespart? Möchte man von dem Vermögen leben?

Die individuellen Ziele können enorm vielfältig sein. Deshalb ist es wichtig, gerade zu Beginn sich intensiv damit zu beschäftigen und die eigenen Ziele in regelmäßigen Abständen immer wieder zu überprüfen.

Aus den Zielen leitet sich dann die passende Strategie ab. Wird Geld kurzfristig benötigt, sollte es auf einem Tagesgeldkonto angespart werden. Bei einem längeren Anlagehorizont, beispielsweise für die Altersvorsorge, kann das Geld durchaus überwiegend in die globalen Aktienmärkte fließen.

 

Erfolgsfaktor Nr.2: Demut und Disziplin zeigen

Menschen überschätzen systematisch ihr Wissen und Ihre Fähigkeiten, Sachverhalte zu prognostizieren. Dies ist in der Psychologie als Overconfidence-Effekt bekannt. Bei einem Aktieninvestment kann sich dies schnell als fatal erweisen. Ein Börsenneuling kauft die erste Aktie, die sich auch gleich mal im Kurs verdoppelt. Schon vermutet dieser, dass er ein Experte sei. Doch dies erweist sich dann schnell als Trugschluss, wenn der nächstfolgende Kauf mit einem erheblichen Verlust verkauft wird.

Wer ein erfolgreicher Investor werden möchte, benötigt vielmehr Demut. Dies bedeutet zu akzeptieren, dass sich Börsenkurse mittel -und langfristig nicht vorhersehen lassen. Langfristig geht es nach oben, zwischendurch kann es aber auch mal Täler geben. Die passende Strategie, Demut und natürlich auch die nötige Disziplin, das Investment durch „dick und dünn“ durchzuhalten, sind ein weiterer, ganz wesentlicher Erfolgsfaktor.

 

Erfolgsfaktor Nr.3: Den Zinseszinseffekt nutzen

Bei der Geldanlage gibt es die große Chance, durch regelmäßig kleine Sparbeträge mit etwas Größerem in der Zukunft belohnt zu werden. Das kraftvolle Prinzip, das dahintersteckt, ist der Zinseszinseffekt. Albert Einstein soll einmal gesagt haben: „Der Zinseszins ist das achte Weltwunder. Wer es begreift, verdient damit. Wer es nicht begreift, zahlt dafür.“

Von Sparern wird dieser Erfolgsfaktor noch gerne regelmäßig unterschätzt. Wer 100 € regelmäßig in ein Weltaktiendepot mit einer durchschnittlichen Rendite von 7% investiert, kommt nach 15 Jahren auf einen Betrag von rund 31300 €. Wird jedoch konsequent über 30 Jahre gespart, ergibt sich am Ende ein Vermögen von 117650 €. Hier zeigt sich klar und deutlich: Wer früh mit dem Investieren beginnt, wird am Ende stattlich belohnt.

 

Erfolgsfaktor Nr.4: Ausdauer haben

Dieser Erfolgsfaktor knüpft direkt an den zweiten an. Die wirksame Theorie des Zinseszinseffekts nützt herzlich wenig, wenn sie nicht konsequent über viele Jahre umgesetzt wird. Genau wie beim Langstreckenlauf kommt es bei der Geldanlage auf die Ausdauer an. Es ist ein längerer Weg, mal geht es dabei langsamer und manchmal etwas schneller voran. Was aber am Ende zählt, ist das erfolgreiche Ankommen im Ziel.

 

Erfolgsfaktor Nr. 5: Kosten reduzieren

Für jedes Investment sind Kosten zu zahlen: beim Kauf, teilweise Verkauf und als jährliche Gebühr. Die Kosten können die Rendite des Investments erheblich runterziehen. Je länger dieser Kosteneffekt wirkt, desto größer wird er am Ende. Aktiv gemanagte Fonds kommen ganz schnell auf jährliche Gebühren von 2 % oder mehr. Ein Investment in globale Indexfonds (ETFs) oder Dimensional Fonds kostet nicht viel mehr als 0,4 % jährlich. Dies ist eine ganz erhebliche Ersparnis. Es ist daher wichtig, die Kosten im Blick zu behalten.

 

Wichtiger Hinweis

Die in diesem Artikel enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung oder Anlageempfehlung dar. Alle Angaben in dem Artikel stammen aus eigenen Erfahrungen und Quellen, die ich für vertrauenswürdig halte. Eine Garantie für die Richtigkeit kann jedoch nicht übernommen werden. Wertentwicklungen in der Vergangenheit stellen keine Garantie für die künftige Wertentwicklung eines Finanzinstruments dar.

Geldanlage

Markttiming!? – Warten lohnt sich nicht! Warum es keine gute Idee ist, auf den optimalen Einstiegszeitpunkt bei Aktien zu warten.

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Markttiming!? – Warum es keine gute Idee ist, auf den optimalen Einstiegszeitpunkt bei Aktien zu warten.

In diesem Podcast möchte ich darauf eingehen, warum es vergebliche Liebesmühe für den Anleger und Sparer ist, auf den optimalen Einstiegszeitpunkt bei einem Aktieninvestment zu warten. Der Versuch, die Aktienmärkte durch solch ein Timing schlagen zu wollen, gelingt noch nicht einmal den Profis. Niemand kann seriös voraussagen, wann der perfekte Zeitpunkt für den Einstieg gekommen ist. Das Warten hat eher zur Folge, dass der Anleger jahrelang nicht investiert und während dieser Zeit steigen dann die Märkte munter weiter.

Bewährt hat sich vielmehr eine andere Strategie, bei der es völlig nebensächlich ist, zu welchem Zeitpunkt Sie in den Aktienmarkt eingestiegen sind.

Jetzt anhören! (5:24)

Lassen Sie uns über Geld reden!

Was sind Robo-Advisor? Macht es Sinn, sein Geld dort zu investieren?

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Bei einem Robo-Advisor wird vom Prinzip her das Vermögen der Anleger automatisiert verwaltet. Dies erfolgt nach einem regelbasierten Modell und gemäß der vom Anleger gewählten Risikoneigung. Die Gebühren sind im Vergleich gering.

In Deutschland sind aktuell etwa 5% des Geldvermögens dort investiert. Im Vergleich zu anderen Ländern wie den USA oder Großbritannien ist dies aber immer noch ein verschwindend geringer Anteil. Wenn es um die eigene Vorsorge geht, bevorzugen die Deutschen weiterhin zinsschwache Anlageformen wie das Sparbuch oder das Festgeldkonto.

Ganz klar, am kostengünstigen ist es, die Altersvorsorge selber zu machen: Ein Depot bei einer Direktbank eröffnen, einen ETF oder Indexfonds auswählen und dann regelmäßig per Sparplan besparen. Doch die meisten Menschen, so meine Erfahrung, sind damit überfordert. Es geht schon los bei der Frage: Wo und wie eröffne ich ein Depot? Dann muss aus der Vielzahl der ETFs im Angebot noch der richtige gefunden werden. Schließlich kommt auch die Disziplin mit ins Spiel. Viele Sparpläne werden nach kurzer Zeit wieder beendet.

Die Robo-Advisor können hier zum Teil Abhilfe schaffen. Sie sind eine kostengünstige Anlagemöglichkeit. Je nach Anbieter sind jährliche Gebühren von 0,3% bis 1,0% für die Bereitstellung der Dienstleistung zu zahlen. In meinem Fondsshop sind es z.B. 0,7%. Hinzu kommen noch die laufenden Gebühren für die Indexfonds. Diese liegen durchschnittlich je nach Fondsgesellschaft und Kategorie zwischen 0,1% und 0,4%. Dafür erhalten die Anleger ein auf ihre Risikoneigung zugeschnittenes Depot, das automatisch angepasst wird. Hinter jedem Robo-Advisor steht eine Partnerbank, bei der die Fondsanteile gelagert werden. Bei Scalable ist es beispielsweise die ING Diba, bei Robin die Deutsche Bank und bei meinem Fondsshop die FFB. Damit können die Robo-Advisor dem Anleger schon eine Menge abnehmen. Doch etwas Wichtiges können sie nicht: Zum einen das disziplinierte Durchhalten der eigenen Anlagestrategie und zum anderen das flexible Reagieren auf veränderte Lebensumstände. Daher ist und bleibt in bestimmten Fällen die Betreuung durch einen Berater oder Finanzcoach unverzichtbar.

Quelle: Welt am Sonntag, Nr. 40, 06.10.2019, S.41

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Ich möchte gerne 50.000 € anlegen und mein Bankberater hat mir einen Mischfonds empfohlen. Was halten Sie davon?

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Ich möchte gerne 50.000 € anlegen und mein Bankberater hat mir einen Mischfonds empfohlen. Was halten Sie davon?

Zunächst gilt festzuhalten, dass Banken allgemein gerne Mischfonds Kunden anbieten, die Geldbeträge um die 50.000 € anlegen wollen. Das liegt daran, dass diese Produkte genau für diese Zielgruppe konzipiert worden sind. Auf den ersten Blick hört sich das auch interessant an, denn ein Mischfonds spricht genau die Seele des deutschen Sparers an. Er verspricht auf der einen Seite irgendwie bei den Börsen mit dabei zu sein, ohne dabei gleich ins volle Risiko gehen zu müssen. Auf der anderen Seite gibt es ja dort einen Fondsmanager, der sich um das investierte Geld kümmern soll. Wenn es an den Börsen mal wieder kracht, soll er in sichere Anleihen umschichten und wenn es dann wieder aufwärts geht, wird er die Aktienquote schrittweise erhöhen. So jedenfalls die Theorie.

Doch die Ergebnisse sind eher ernüchternd. Nur einer verschwindend geringen Anzahl von Fondsmanagern dieser Mischfonds gelingt es dauerhaft, die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit zu treffen. Das flexible Investieren dieser Fonds wird in der Werbung oft als Vorteil angepriesen. Doch sehr oft erweist sich gerade dies eher als Nachteil für den Anleger. Die Märkte timen zu wollen, ist ein schlicht unmögliches Unterfangen.

Hinzu kommt, dass sich die Fondsgesellschaften ihre Produkte sehr gut bezahlen lassen. In der Regel müssen beim Erwerb von Mischfonds Ausgabeaufschläge im Bereich von 3% bis 5% bezahlt werden. Hinzu kommen Verwaltungsgebühren und Transaktionskosten, die ganz schnell bei durchschnittlich über 2% im Jahr liegen können. Schon aufgrund der Kosten ist es für einen Mischfonds schwer, eine ansehnliche Rendite zu erwirtschaften.

Viel eher wäre es zu raten, ein eigenes Mischportfolio bestehend aus Aktien und Anleihen zusammenzustellen. Dieses sollte dann ausschließlich aus ETFs oder Dimensional-Fonds bestehen. Denn für diese Produkte fallen keine Ausgabeaufschläge an und die jährlichen Verwaltungskosten inklusive Transaktionskosten liegen im Bereich von lediglich 0,2% bis 0,5% im Jahr. Ein Mischportfolio bestehend aus 60% Aktien und 40% Anleihen hätte damit in den vergangenen 30 Jahren eine beachtliche Rendite von nahezu 7%* p.A. nach Fondskosten erzielt. Und damit hätten Sie auch noch sehr gut schlafen können, denn während der ganzen Zeit gab es nur recht moderate Kursrückgänge zu verkraften.

* Der Wert bezieht sich auf die historische Wertentwicklungen des Dimensional Fondsindex (Global Balanced Strategy 60%Aktien/40% Anleihen) und ist keine Garantie für künftige Wertentwicklungen.